
nachruf

zunchst habe ich die traurige pflicht , ihnen mitzuteilen , dass gestern unser kollege , herr gnter lttge , nach schwerer krankheit verstorben ist .
herr lttge wurde 1989 mitglied des europischen parlaments und war vor allem im bereich verkehrspolitik aktiv .
ich bitte sie , seiner mit einer schweigeminute zu gedenken .

( das parlament erhebt sich zu einer schweigeminute . )

genehmigung des protokolls der vorangegangenen sitzung

das protokoll der gestrigen sitzung wurde verteilt .

gibt es einwnde ?

herr prsident ! ich beziehe mich auf die englische fassung des gestern angenommenen textes zur frage des klonens von menschen , dokument 8. in absatz 11 heit es : ' considers that any temporary committee set up by this parliament ...
' . damit ist eigentlich nicht gesagt , dass solch ein nichtstndiger ausschuss eingesetzt werden sollte .
knnten wir einige erluterungen dazu bekommen , was das prsidium zu diesem speziellen abschnitt der entschlieung unternehmen wird ?

ich werde das der konferenz der prsidenten vorlegen , herr adam . sie erhalten dann eine mitteilung .

herr prsident ! mein name ist in der gestrigen anwesenheitsliste offenbar nicht enthalten , obwohl ich mich eigentlich eingetragen habe .

herr bowis , das wird korrigiert und berichtigt .

herr prsident ! ich greife die frage von herrn adam auf und gehe davon aus , dass sie zu beginn der mini-sitzung ber das ergebnis bericht erstatten werden , und sofern es einen vorschlag zur einsetzung eines nichtstndigen ausschusses gibt , wird dieses hohe haus natrlich darber abstimmen mssen .

so wird es geschehen , herr ford .

( das parlament genehmigt das protokoll .
)
ergebnisse des europischen jahres des lebensbegleitenden lernens ( 1996 )

nach der tagesordnung folgt der bericht ( a5-0200 / 2000 ) von frau gutirrez cortines im namen des ausschusses fr kultur , jugend , bildung , medien und sport ber den bericht der kommission an den rat , das europische parlament , den wirtschafts- und sozialausschuss und den ausschuss der regionen ber die durchfhrung , die ergebnisse und die gesamtbewertung des europischen jahres des lebensbegleitenden lernens ( 1996 ) vorgelegt gem artikel 8 des beschlusses nr . 2493 / 95 / eg des europischen parlaments und des rates ( kom ( 1999 ) 447 - c5-0205 / 1999 - 1999 / 2163 ( cos ) )

herr prsident ! der bericht ber das europische jahr des lebensbegleitenden lernens ist scheinbar ein unbedeutendes dokument , aber es hat dennoch groe lcken und tiefe schwarze punkte im europischen system aufgedeckt .

es ging um ein jahr der verbreitung und frderung als reaktion auf den gipfel von luxemburg und andere gipfel , auf denen der bildung als mittel zur altersunabhngigen eingliederung der europer in das arbeitsleben eine herausragende stellung eingerumt wurde .
nun , der bericht hat vor allem gezeigt , dass sich in bildung investiertes geld vermehrt .
die eifrigsten teilnehmerlnder haben ihren haushalt vervierfacht .
das bedeutet , das in bildung investierte geld zeitigt die besten ergebnisse , denn es vermehrt sich , ohne dass betrugsflle oder hnliche erscheinungen auftreten .

weiterhin hat das europische jahr des lebensbegleitenden lernens die schwierigkeiten der kommission offenbart , informationen und antworten zu geben sowie transparenz zu zeigen .
es war praktisch unmglich , die gesamte erforderliche dokumentation zu erhalten . das lag einerseits daran , dass die lnder sie offenbar nicht bereit stellen , andererseits daran , dass es keine verfahren gibt , um sie so einfach und schnell wie notwendig zu erfassen .

deshalb haben wir den bericht als eine antwort und eine reihe von empfehlungen zu kriterien formuliert , denen das lebensbegleitende lernen nach unserer ansicht rechnung tragen muss .
wir haben einen groen wirrwarr von kriterien vorgefunden , der teilweise durch den rat verursacht war , denn das von der kommission herausgegebene dokument , der vorschlag zum jahr des lebensbegleitenden lernens , hatte eine wesentliche hhere qualitt .
es liegt auf der hand , dass fr die bildung viel mehr klarheit notwendig ist .
aber die bildung zum zweck der integration , die fremdsprachenausbildung und die unterhaltende bildung lterer menschen werden mit der beruflichen ausbildung vermengt , so dass im ergebnis ein konfuses magma entsteht , das es unmglich macht , eine bewertung vorzunehmen , die qualitt zu erkennen und zu ermitteln , welches die kriterien fr gute praktiken bilden .

wir bitten deshalb , die bildungsziele klar zu regeln und zu unterscheiden .
natrlich ist die ausbildung zur integration von einwanderern etwas anderes als die ausbildung zum erwerb neuer qualifikationen , die ausbildung fr die erstbeschftigung oder die berufliche weiterbildung und viele andere aspekte mehr .
deshalb fordern wir klarheit und eine bessere organisation des gesamten systems .
wir haben auch eine bessere ausbildung und stndige weiterbildung fr die ausbilder gefordert .
wenn wir davon ausgehen , dass die lebensbegleitende bildung nur fr nicht qualifiziertes personal bestimmt ist , bercksichtigen wir natrlich nicht die weiterbildung des lehrkrpers an den universitten und ausbildungseinrichtungen , die das flaggschiff des wissens darstellen und die informationen an die gesellschaft vermitteln mssen .

schlielich haben wir gebeten klarzustellen , wohin das fr die bildung bestimmte geld aus den strukturfonds fliet , da es darber keine kontrolle gibt .
aus unserer sicht ist dies ein grundlegendes thema .
es geht nicht an , dass europa der bildung so wenig aufmerksamkeit schenkt , und die mittel fr das bildungswesen fr andere zwecke verwendet werden .
eines der groen probleme der europischen geschichte besteht darin , dass die klassen , nachdem sie sich nach groen kmpfen herausgebildet hatten und zu fhrenden klassen geworden waren , die fehler der aristokratie kopierten , eitel wurden und die wertschtzung der eigenen bildung und des kampfes fr den erhalt ihres wissens eingebt haben .

somit befinden wir uns also in einem aristokratischen europa , das sich nicht um die bildung kmmern will und eitel in einem gewissen stolz verharrt , europer zu sein .
wir halten es fr ausreichend , europische brger zu sein , und bemerken nicht , dass wir unsere humanressourcen pflegen mssen , wenn wir forscher , wenn wir ein wirklich wettbewerbsfhiges europa haben wollen .
europa muss sich bewusst werden , dass , ungeachtet des subsidiarittsprinzips , die ausbildung und die hilfe fr die menschen , damit sie ihr leben und ihre zukunft in die eigenen hnde nehmen knnen , eines der hauptziele seiner existenz berhaupt ist .

ein europa , das nur seine interessen schtzt , ein europa der subvention , ein europa mit einer lehrerschaft , die nur die unterrichtsstunden reduzieren will , ein kontemplatives europa , das gewerkschaftspolitik mit bildungspolitik verwechselt , ist ein besorgniserregendes europa .
ich mchte die aufmerksamkeit auf diese situation lenken und glaube , dass wir unser interesse am bildungswesen berdenken mssen , denn wir sprechen von den menschen und von unserer zukunft .

herr prsident !
meine sehr geehrten damen und herren , liebe kolleginnen und kollegen ! der bericht liegt uns vor , und zwar sicher - wie die berichterstatterin frau gutirrez-cortines sagte - , um verbesserungen einzubringen .
aber ich denke auch , diese diskussion heute morgen sollten wir noch einmal nutzen , um wieder das bewusstsein zu strken und das lernen erneut ins bewusstsein zu bringen .

wir alle erfreuen uns an den neuen errungenschaften unserer zeit : reisen , internet , handy , zeitgleiche bertragungen im fernsehen vom anderen ende der welt , wie wir es jetzt bei den olympischen spielen in australien wieder erleben drfen .
dies alles sind errungenschaften , aber auch indizien fr die zeit und die gesellschaft , in der wir leben , informationszeitalter , informationsgesellschaft , wissens- und technologiezeitalter , globalisierung , um nur einige titel hier zu nennen .
gekennzeichnet sind sie alle durch ein enormes tempo und ein enormes ausma der jeweiligen vernderungen , ja revolutionen , die durch die neuen erkenntnisse ausgelst wurden und weiterhin auch ausgelst werden .
die verbreitung der informationen , des wissens erfolgt heute ungleich schneller und umfassender als noch vor wenigen jahren .
die menschen mssen auf dieses schwindelerregende und faszinierende wandlungskarussell vorbereitet werden .

schon in frhester jugend , also in der schule , heit es : lernen fr das leben .
doch heute ist dieser satz nur noch die halbe wahrheit , und er kann so nicht stehen bleiben . denn die wandlungs- und die vernderungsprozesse in der gesellschaft , in der arbeitswelt , der umwelt hren nach der schule oder nach der ausbildung noch lange nicht auf , sondern sie bleiben bestehen und verstrken sich noch .
der mensch muss also lernen , sich selbst diesen herausforderungen zu stellen und sich auf ein lebensbegleitendes lernen einzustellen .
nur so knnen wir alle an den guten errungenschaften unserer tage in zukunft auch partizipieren , das heit , sich in den immer schneller verndernden wettbewerbssituationen des lebens - ob im privaten oder im beruf - zu behaupten , chancen zu ergreifen und mitzugestalten .

um diesen erkenntnissen in ganz europa zum durchbruch zu verhelfen , wurde 1996 das europische jahr fr lebensbegleitendes lernen ausgerufen .
mit relativ wenig finanziellen mitteln in hhe von 8,4 millionen ecu seitens der europischen union wurden zusammen mit den partnerlndern aus dem europischen wirtschaftsraum , lichtenstein , der schweiz und norwegen 34 millionen ecu fr das projekt aufgebracht , die mit groer resonanz aufgenommen wurden .
in vielen kongressen , seminaren und pr-veranstaltungen wurde ber das thema der notwendigkeit und der chancen eines umdenkens hin zum lebensbegleitenden lernen in allen gesellschaftlichen bereichen konstruktiv diskutiert .
dies sind chancen - gerade auch fr europa und die europische integration - , die wir hier erleben knnen : kenntnisse von anderen sprachen , anderen kulturen , anderen lebensweisen , alles , was so wichtig fr uns ist im zusammenwachsen europas .

das europische jahr des lebensbegleitenden lernens war ein guter gedankenansto , der weitergefhrt und gefestigt werden muss .

herr prsident , meine damen und herren abgeordnete ! nach der herkmmlichen auffassung von bildung wrde der schler seinen lernprozess mit dem ende der schulpflicht abschlieen .
sicher wrde eine kleine elite weiter neues wissen und neue kenntnisse schaffen , vermitteln oder erwerben . fr die groe mehrheit jedoch wrde der abschied von der schule das ende des formalen lernens bedeuten .

die dinge haben sich radikal verndert .
die schulpflicht wurde verlngert und erweitert .
neue quellen und formen der wissensaneignung und der ausbildung sind entstanden .
wer mit dieser bewegung , diesen neuen anforderungen , nicht schritt hlt , luft gefahr , an den rand gedrngt zu werden , den sozialen status einzuben und geistig zu verarmen .
man sagt zu recht , dass wir in die gesellschaft des wissens und knnens eintreten .
der groe philosoph nietzsche meinte , es sei unmglich , eine zivilisation auf wissen zu grnden .
dies muss uns anlass zum nachdenken sein .
obgleich es heute keine alternative zur entwicklung der wissenschaft , zu immer mehr wissen und informationen gibt , darf sich das lebensbegleitende lernen ganz sicher nicht auf die simple aneignung von ntzlichen fachkenntnissen reduzieren , sondern muss sich in eine kultur , ein wertgefge einordnen , die dem leben des menschen in der gesellschaft einen sinn geben .
die lebenslange bildung und ausbildung werden so zu einem gebot , das von den staaten , den fr bildung verantwortlichen stellen und den brgern nicht unterschtzt werden darf .

aus diesen grnden war die veranstaltung des europischen jahres des lebensbegleitenden lernens ein wichtiger meilenstein und ein symbolischer moment fr die sensibilisierung der europer fr diese neue realitt .
erheblich dazu beigetragen haben die theoretischen berlegungen im vorfeld bzw. whrend der verwirklichung dieses europischen jahres und das interesse , das es bei den schulen und brgervereinigungen hervorrief .
die lebenslange bildung und ausbildung hat endgltig eingang in den sprachgebrauch der politiker , pdagogen und unternehmer gefunden .
und was noch wichtiger ist , auch in den allgemeinen sprachgebrauch .
zudem ist sie zu einem hilfsmittel im kampf gegen schulisches versagen , das abgehen von der schule und analphabetentum geworden .
sie ist also inzwischen eine gute sache .
aus all diesen grnden war diese initiative sinnvoll , angebracht und lohnend .
ihre ziele sind erreicht worden . was an geldmitteln fehlte , wurde durch guten willen und den zuspruch , den sie fand , wett gemacht .
die grenze zwischen der erstausbildung und anderen bildungsabschnitten ist heute berholt .
bildung ...

( der prsident entzieht dem redner das wort . )

herr prsident , meine damen und herren ! ich mchte die untersttzung der fraktion der liberalen fr den bericht unserer kollegin cristina gutirrez-cortines zum ausdruck bringen , der , wie sie selbst einleitend sagte , nicht nur ein reiner verfahrensbericht , nicht nur eine bilanz der durchfhrung des europischen jahrs des lernens 1996 ist und sein darf , sondern eine analyse , die uns hilft , eine reihe von vorschlgen zur dimension der bildung in ihren unterschiedlichen bereichen , einschlielich des lebensbegleitenden lernens und der beruflichen und fachlichen bildung , der besondere aufmerksamkeit zukommt , zu erarbeiten .

dies stimmt mit den vor einigen monaten bei den beratungen der europischen rte von lissabon und feira geuerten ideen berein , als sich alle mitgliedstaaten verpflichteten , eine reihe von aktionen auf unionsebene durchzufhren , um die europische union in diesem jahrzehnt zu einer international fhrenden gesellschaft zu entwickeln und insbesondere auf technologischen gebieten das wettbewerbsniveau zu erreichen , das die usa zur zeit haben .

das schlsselelement des prozesses zur erreichung dieser wettbewerbsfhigkeit besteht vor allem in ausbildung und erziehung und in einer gesellschaft mit einem hohem wissensstand , der die notwendige grundlage fr den fortschritt in den technologisch am weitesten entwickelten und modernsten bereichen der wissenschaftlichen und technischen innovation bietet .

der bericht von frau cristina gutirrez-cortines zeigt , wie sie selbst sagte , welche unausgewogenheiten im bildungsbereich zwischen der europischen union und den mitgliedstaaten noch bestehen , das heit , einerseits wird eine einheitliche aktion der europischen union im bildungsbereich angestrebt , andererseits jedoch weigern sich die mitgliedstaaten , ihre zustndigkeiten abzutreten und zu einer wirklichen zusammenarbeit im bildungswesen zu kommen .
zwar haben wir einige programme , auf die wir stets verweisen , wie sokrates oder leonardo , aber gerade bei diesen programmen mssen wir feststellen , dass ausreichende mittel fehlen , um ihnen die breite und ausstrahlung zu verleihen , die wir uns wnschen .

deshalb mchte ich ihnen zum abschluss empfehlen , besonders aufmerksam die punkte 16 , 17 , 18 , 19 , 23 und 24 zu prfen , die einen guten leitfaden fr die erreichung dieses hheren bildungsniveaus in der europischen union darstellen .

herr prsident ! zunchst mchte ich unserer berichterstatterin gratulieren zu der hervorragenden arbeit und auch zu der guten zusammenarbeit im kulturausschuss .
philosophische texte , literarische texte und auch der volksmund sagen uns : " man lernt nie aus " .
die initiative " lebenslanges , lebensbegleitendes lernen " war ein weiser entschluss und eine richtige initiative , um den anforderungen des 21. jahrhunderts gerecht zu werden , um sich diesen anforderungen stellen zu knnen .

bis in unsere zeit fielen und fllt die zeit der bildung und der ausbildung hauptschlich in die frhen lebensphasen .
die bedeutung von lebenslangem lernen kann aber nicht beschrnkt werden auf die bereiche bildung und ausbildungspolitik allein .
ihr erfolg hngt auch in hohem mae von der arbeitsmarktpolitik ab und von einer erfolgreichen verbreitung von wissenschaft und technologie .
lebenslanges lernen setzt dort ein , wo die schulische ausbildung , die grundausbildung , aufhrt .
und hier ist der erste , meiner meinung nach auch der grte , schwachpunkt dieser wunderbaren initiative : lebenslanges lernen kann nur funktionieren , wenn die anpassung , und vor allem das tempo dieser anpassung , der grundausbildung im rahmen der ursprnglichen bildungssysteme verndert wird .

in einer wissensgesellschaft sollte eine der hauptfunktionen der schule darin bestehen , den lernenden methoden zu bieten , die man braucht , um sich zugang zu groen informationsmengen zu verschaffen , diese informationen zu verstehen und in wissen umzuwandeln .
lehrplne , die art , wie man bisher lernstoff vermittelt hat , mssen grundlegend verndert werden .
ich mchte ja nicht in die nationalstaaten eingreifen , aber das ist doch auch ein gedanke , den wir in dieser europischen gemeinschaft gemeinsam durchdiskutieren sollten .

die richtung sollte vielmehr eine individuelle sein , mit sozialen komponenten .
wir sollten verstrkt lernen , kritisch zu argumentieren , selbstvertrauen in dem lernenden zu strken , eine sprachliche ausdrucksfhigkeit zu untersttzen .
diese punkte , diese kompetenzen , werden immer wichtiger werden neben dem instrumentalen kompetenzenweg : schreibfhigkeit , die fhigkeit , weitere sprachen zu erlernen , und rechnerische fhigkeit .

ein ziel muss sein , den schler zu befhigen , sein wissen und sein knnen stndig zu aktualisieren - dass er das kann und dass er es will - , ein diplom , ein zeugnis nicht als ende eines lernprozesses , als zertifikat einer endgltigen leistung anzusehen .
unsere gesellschaft muss sich loslsen von dem berholten system - schulzeit , arbeitszeit , rente !
lebensbegleitendes , lebenslanges lernen beginnt also mit der reform unserer schulbildung .
das individuum sollte fr sich selber lernen .
das liegt nicht in unserer macht , wir knnen aber dazu vieles beitragen . denn die europische bevlkerung ist ja nicht nur die humanressource fr den europischen arbeitsmarkt ; sie ist eine flle von wunderbaren individuen .

erlauben sie mir zum abschluss ein persnliches beispiel : ich habe einen tischler in der nhe von wien , in einem kleinen vorort , wo immer noch ein bisschen das vorurteil verbreitet ist , jemand , der manuell arbeitet , htte keine hohe bildung .
dieser tischler ist zwischen 40 und 50 , spricht vier sprachen und ist bekannt als kleiner philosoph .
das wre mein wunschtraum von europa .

herr prsident ! der volksmund bei uns in finnland sagt , dass die hohen herren eile mit weile walten lassen .
das knnte man auch ber die politische bilanz des jahres 1996 sagen , das zum jahr des lebensbegleitenden lernens erklrt worden war .

trotz der zeitverschwendung muss sich die berichterstatterin dafr entschuldigen , dass die bewertung der umsetzung des fr das themenjahr aufgestellten programms qualitativ zu wnschen brig lsst .
die zahl der veranstaltungen kann durchaus in krzerer zeit zusammengezhlt werden .
bei dem seminar der papierindustrie , das am mittwoch hier in straburg stattfand , machte ein vertreter der arbeitnehmer auf eine wichtige frage aufmerksam . der kauf von hardware gilt stets als investition .
wenn es aber um die anschaffung von software mit der bezeichnung ausbildung von personal des unternehmens geht , so fllt das nicht unter die investitionen .
die berichterstatterin hat diese tatsache aus gutem grund hervorgehoben .

bildung muss als investition und nicht als laufende ausgabe betrachtet werden .
lebensbegleitendes lernen ist ebenso eine allgemeinbildende , nicht nur eine berufsbildende komponente .
das lernen wird oft zu einseitig gesehen . das trifft heute besonders auf die entwicklung der informationsgesellschaft zu .
die elektronischen programme sind kompliziert und werden immer komplizierter .
wer die sprache dieser programme beherrscht , versteht den inhalt oft nicht .
in einer anderen finnischen redensart heit es : der mann spricht sechs sprachen , aber was hat er zu sagen ?
in der informationsgesellschaft kann jemand die sprache der gerte sprechen , aber er hat nichts weiter zu sagen .
seine sprache sind nur nullen und einsen .

in diesem punkt stoen wir auf die eeurope-strategie , die von der kommission in vorbereitung des gipfels von lissabon erarbeitet worden war .
dabei ging es oft um die hardware , aber nur wenig um die software , die bildung genannt wird .
die brgerinnen und brger mssen lernen , die gerte nicht nur zu bedienen , sondern auch zu nutzen .
gerte sollen ntzlichen und notwendigen zwecken dienen , durch die der mensch seine handlungsfhigkeit und sein leben besser beherrschen kann .

jeder mensch muss heute so lesen und schreiben knnen , dass er die verschiedenen formen der elektronischen medien anwenden kann .
diese neue lesefertigkeit muss vielen menschen vom abc an vermittelt werden .
wenn ein ziel des eeuropa-programms darin besteht , jeden haushalt mit computern auszustatten , dann schafft das mehr demokratie , die sich in der heutigen zeit darin uert , dass alle den gleichen zugang zu vielseitigem wissen haben .
um diese kenntnisse nutzen zu knnen , drfen wir nicht vergessen , dass lernen auch eine soziale handlung ist .
bildung kann nicht nur dem eeurope-programm berlassen bleiben , dazu bedarf es sozialer gemeinschaften .

niemand ist in der lage , alles zu knnen , der mensch muss selbst entscheiden drfen , was es sich fr ihn zu lernen lohnt .
wenn die staatsmacht ihm diese entscheidung abnimmt , dann gelangen wir schnell in einen kreis aus propaganda und indoktrination .
bei nherer betrachtung der eu-programme , die oft fr alle gleichermaen ausgelegt sind oder mindestens den anspruch der gleichbehandlung enthalten , knnte man meinen , dass die eu sich zu einem totalitren bundesstaat entwickelt .
wir brauchen lebensbegleitendes lernen und allgemeinbildendes wissen , um uns den versuchen der europischen union zu widersetzen , einen solchen totalitren staat zu schaffen und sein politbro zu sein .

herr prsident , meine sehr geehrten damen und herren ! gerade vor einer stunde habe ich noch bei meiner franzsischlehrerin gesessen und habe mich sehr bemht , wieder etwas dazuzulernen .
ich muss ihnen sagen , es macht wirklich spa , eine sprache zu lernen .
es ist schn , wenn man wei , dass man nachher keine prfung machen muss , sondern dass man fr sich selbst lernt , dass man lernt , miteinander zu kommunizieren und richtig miteinander umzugehen .
ich muss sagen , mir macht das franzsisch lernen ehrlich spa !

( der prsident fragt den redner , ob er seine rede nicht auf franzsisch fortsetzen mchte .
) ( heiterkeit )

ich glaube , das ist es auch , was wir in zukunft brauchen : lernen muss spa machen !
im leben dreht sich de facto die lernpyramide um .
wenn es ums lernen geht , dachten wir frher eigentlich eher an jugendliche vollzeitstudenten , wohingegen wir heute feststellen , dass die berufsttigen immer mehr lernen mssen .
ich glaube , gerade wir im europischen parlament knnen besttigen , dass wir eigentlich tagtglich mehr lernen , bewerten und beurteilen , als wir es in einem studium oder in der schule mussten .
auch wird man sich mit zunehmendem alter eher bewusst , was man lernen mchte .
man wird wesentlich selektiver , und gerade die freude am lernen macht es , dass man begeistert ist und dass man gerne neues aufnimmt .

d. h. , wir haben einen paradigmenwechsel , nicht nur in der wirtschaft , sondern in breiten gesellschaftsschichten , nicht nur durch e-learning , durch die neuen technologischen mglichkeiten , sondern auch durch eine bewusstseinsnderung .
ich glaube , gerade diese bewusstseinsnderung zeigt , dass die erwachsenen in allen lebenslagen eigentlich dieses lebensbegleitende lernen fr immer wichtiger halten .
deshalb halte ich es auch fr sehr gut , dass wir uns im europischen parlament mit derartig langfristig strategischen themen auseinandersetzen .
gerade an einem freitag wie heute ist es meiner meinung nach wichtig , dass wir auch den mut haben , langfristig strategisch zu denken , wie wir den brgern in europa am besten untersttzung gewhren knnen .

gerade fr die lteren menschen wird das thema gesundheit bis ins hohe alter zunehmend wichtig .
wir haben noch viel zu lernen , wie wir uns richtig ernhren , wie wir mit unserem krper richtig umgehen .
ich glaube , gerade diese grundtugenden sind fr die zukunft sehr wichtig .

was brauchen wir jetzt auf der ebene der europischen gemeinschaft ?
wir brauchen ein generelles anrechnungssystem privater , ffentlicher und betrieblicher bildungsangebote , einen europischen bildungspass , einen europafhrerschein , wo man vergleichbar und fr ganz europa bildungsbausteine benutzen kann .
wir brauchen vergleiche von bildungsausgaben und -einnahmen sowie einen vergleich des qualifikationsniveaus in gesamteuropa .
weltweit sollten wir versuchen , die best practices einzufhren , ein ansporn fr den positiven wettbewerb .
wir sollten aus der ganzen welt lernen , welches system , welche ausbildung fr unsere menschen und brger in europa am besten ist .

herr prsident ! ich hoffe , keinen allzu falschen ton anzuschlagen , aber die bisherige debatte ist meiner ansicht nach von bermig viel eigenlob geprgt .
als ich mir die tagesordnung vornahm und die formulierung " jahr des lebensbegleitenden lernens " las , kam mir das wie ein oxymoron vor , hnlich der wendung " militrische aufklrung " .
ein jahr drfte fr das projekt eine kurze zeit sein .

die frage ist : welchen wert haben diese " jahr des ...
" unternehmungen , wenn antrge fr finanzmittel innerhalb von drei monaten einzureichen sind und das ganze innerhalb eines jahres durchzufhren ist .
ich habe die empfngerseite solcher systeme erlebt , sowohl als lehrer an einer universitt wie auch als beteiligter an einem karitativen bildungs- und sozialprojekt .

aus sicht derer , die diese arbeit zu tun bemht sind , knnen solche sehr kurzfristigen anforderungen mit uerst knappen erluterungen , wie antrge zu stellen und welche kriterien anzuwenden sind , zumindest genauso viel schaden wie ntzen .

hinterher kann man immer nachweisen , dass das geld ausgegeben wurde und weitere gelder dazu kamen und dass gutes erreicht wurde , aber htte man es nicht auch besser machen knnen ?
die beiden ausschussberichte der eigentliche ausschussbericht und die stellungnahme des mitberatenden ausschusses machen darauf aufmerksam , dass die von der kommission angewendeten bewertungsmethoden nicht sehr exakt und die aufgestellten kriterien nicht besonders klar waren .

das soll nicht heien , dass wir so etwas nicht machen sollten , aber wir sollten es besser machen und sehr grndlich darber nachdenken , was am besten auf gemeinschaftsebene und was auf den unteren ebenen , gar nicht einmal auf einzelstaatlicher ebene oder in autonomen regionen innerhalb der mitgliedstaaten , sondern ganz unten auf der ebene von schulen , hochschulen und universitten getan werden kann .

mein wahlkreis hat gerade eine schwere krise hinsichtlich seiner bildungsbewertung berstanden , die teilweise auf einen mangel an richtiger konsultation mit klassenlehrern zurckzufhren ist .
grandiose ideen , die von oben kommen und nicht entsprechend grndlich in der eigentlichen praxis getestet wurden , werden immer scheitern , manchmal mit schdlichen folgen fr einzelne personen und fr die gesellschaft .
subsidiaritt spielt schon eine rolle , insbesondere auf einem gebiet wie der bildung und des lebenslangen lernens , und wir bringen uns selbst in gefahr , wenn wir das vergessen .

die bildung von netzwerken kann bei der verbreitung von beispielen vorbildlicher praxis ntzlich sein , aber wir drfen uns nicht vormachen , dass ein jahr lebensbegleitenden lernens wirklich etwas ndert .
das kann nur durch das engagement der menschen an der basis geschehen .
diese menschen sind es , die wir respektieren , ermutigen und untersttzen mssen .

wir alle sind fr lebenslanges lernen , doch sollten wir uns nicht selbst zu sehr loben , wenn das ergebnis so mager ausfllt .

herr prsident , lebensbegleitendes lernen wird von uns allen in hohem mae befrwortet .
das zeigt sich nicht zuletzt in dieser diskussion .
wenn es jedoch um die umsetzung geht , ist es allerdings hufig umgekehrt .
ich stimme der berichterstatterin zu , die die beitrge der kommission zum lebenslangen lernen whrend des veranstaltungsjahres 1996 und die anschlieende mangelhafte auswertung kritisiert .

beim lebenslangen lernen handelt es sich um ein phnomen , das groe ressourcen erfordert .
bentigt werden neue denkanstze in der ausbildungspolitik und das setzen von hauptgewichten bei den finanzmitteln .
lassen sie mich mit einigen worten zum umdenken beginnen .
in unseren bildungssystemen sind wir experten fr das gegenteil von lebenslangem lernen , d. h. fr zeitlich begrenzte und abgeschlossene bildungsverlufe , bei denen die abschlussprfung einen wesentlichen schwerpunkt bildet .
fr das lebensbegleitende lernen ist jedoch das gegenteil erforderlich : kontinuitt und lange zeitrume .
es reicht nicht mehr aus , lediglich fr den " just in time-bedarf " der arbeitspltze auszubilden .
nun mssen die menschen fr eine lebenslange entwicklung qualifiziert werden .
dementsprechend sind wir auf neue organisationsformen des unterrichts angewiesen .
wir brauchen neue pdagogische ideen und instrumente .

das mglicherweise grte problem sind , wie auch viele andere redner betont haben , die finanziellen mittel .
wir mssen zuknftig wesentlich mehr mittel als bisher fr die bildung bereit stellen , sowohl am arbeitsplatz als auch im ffentlichen bildungssystem sowie an anderen stellen .
es muss gengend geld zur verfgung stehen , um die unterrichtskosten , aber darber hinaus auch lhne und gehlter zu tragen , gerade fr diejenigen , die eine vollzeitweiterbildung absolvieren mssen .
besonders wichtig ist es , die recht langen weiterbildungszeiten zu finanzieren , die erforderlich werden knnen , damit menschen aus traditionellen sektoren in die lage versetzt werden , in neu entstehende bereiche des arbeitsmarktes zu wechseln .
da die finanzmittel allgemein ein problem darstellen , sind meiner meinung nach quantitative ziele fr ausgaben in der erwachsenenbildung unumgnglich .
es wre denkbar , dafr einen teil der produktionskosten der unternehmen , einen gewissen prozentsatz des staatshaushalts , einen bestimmten anteil der normalarbeitszeit oder eventuell der individuellen arbeitszeit bereit zu stellen - oder vergleichbare quantitative mae zugrunde zu legen .

die am 1. januar 2001 beginnende schwedische ratsprsidentschaft hat angekndigt , dass lebensbegleitendes lernen eines ihrer vorrangigen themen sein wird .
meines erachtens knnen wir von der schwedischen regierung verlangen , dass sie fr die lebensbegleitende erwachsenenbildung solche quantitativen ziele vorschlgt .
viele sprecher hier im parlament waren sich einig ber die notwendigkeit finanzieller prioritten .
vielleicht knnten wir diesbezglich eine gemeinsame erklrung an die schwedische ratsprsidentschaft richten .

herr prsident !
eine der schnsten formen des lebensbegleitenden lernens ist die mitgliedschaft im europischen parlament . dazu gehren nicht zuletzt diese freitagssitzungen , an denen man einmal zeit hat , sich auch mit den berichten von kollegen anderer fachgebiete zu befassen .
ich hoffe , dass auch eine mehrheit dieses hauses lernen und die geplante abschaffung dieses freitags nicht durchfhren wird .

aber nun zum thema selbst : die kollegin gutirrez-cortines hat einen hervorragenden bericht vorgelegt , der auch sehr kritisch ist , weil unsere staats- und regierungschefs stndig groe ankndigungen machen .
der gipfel von feira war ein solcher event , ein rein medialer event , wie man das heute so schn ausdrckt , aber in der substanz ist sehr wenig geschehen .
im haushalt wird wenig vorgesehen , mittel sind kaum vorhanden - es gengt der effekt .
mit dieser ankndigungspolitik mssen wir schluss machen !

deshalb bin ich sehr dankbar fr den soliden bericht , den die kollegin vorgelegt hat .
sie hat natrlich auch eines ganz klar herausgestellt : die bedeutung des subsidiarittsprinzips .
aber dennoch mssen auch mittel auf europischer ebene eingesetzt werden .
hier muss vor allem wert auf qualitt gelegt werden , und qualitt heit , schwerpunkte setzen .
zu unseren schwerpunkten muss es gehren , gerade diese idee des lebensbegleitenden lernens auch auf die menschen in den kandidatenlndern auszudehnen . denn in mittel- und osteuropa hat ein totalitres system den menschen jahrzehntelang die mglichkeit geraubt , sich frei zu entfalten .
es ist ein groer fehler unserer politik , dass wir uns sehr stark auf die jungen menschen in diesen lndern konzentrieren . das ist natrlich auch wichtig .
aber die masse sind ltere menschen . ltere menschen , die jahrzehnte der diktatur zu berwinden haben , die aber heute einen neuanfang setzen knnen .
auch dies mssen wir untersttzen , indem wir auf diesem gebiet einen schwerpunkt setzen .

ich mchte auch sagen , dass ich glaube , dass gerade ltere menschen , die heute nach ihrer pensionierung noch zwanzig , dreiig produktive jahre haben , sich verstrkt in unsere gesellschaft einbringen knnen mssen .
dazu mssen eben auch die mglichkeiten der bildung gegeben sein .
ich bedaure , dass man heute diskutiert , universitten zunehmend fr ltere menschen zu schlieen , gebhren zu erheben und dafr zu sorgen , dass ltere menschen nicht mehr an den universitten ttig sein knnen .

herr prsident ! in dem bericht von frau gutirrez-cortines wird festgestellt , dass die schwche in der verwaltung der union , manahmen langsam auf den weg zu bringen , ein manko fr das jahr des lebensbegleitenden lernens war .
die nationalen koordinierungsstellen hatten zum beispiel darunter zu leiden , dass materialien versptet und unzureichend ausgeliefert wurden .
auch die inbetriebnahme von internetanschlssen hinkte hinterher .
das wirkte sich natrlich auf die umsetzung des themenjahrs aus .
leider sieht es bei dem gerade angelaufenen sokrates 2-programm genauso aus .
aus den nationalen bros kommen besorgte meldungen , dass ihre vertrge mit der kommission noch nicht fertig sind und hinsichtlich der zahlungen unsicherheit besteht .
dies muss sich folglich auch in der durchfhrung des in sokrates enthaltenen teils fr die erwachsenenqualifizierung grundvik widerspiegeln .
das ist bedauerlich .
die verwaltungstechnischen probleme mit sokrates mssen umgehend gelst werden , damit der ansatz der union fr lebensbegleitendes lernen auch die brgerinnen und brger erreicht .

bildung und lernen werden immer klarer als europische ressourcen gesehen .
sie sind nicht nur notwendige ausgabeposten .
hoffentlich kommt diese vernderte haltung bald auch bei den haushaltsentscheidungen der union zum tragen .
das fr 2001 vorgesehene jahr der sprachen wird mit den gleichen geringen mitteln auskommen mssen wie das jahr des lebensbegleitenden lernens .
das parlament hat sich dabei allerdings um die rechtzeitige schaffung der fr die manahmen erforderlichen rechtsgrundlagen bemht .

wenn auch die bildung dem subsidiarittsprinzip unterliegt , nimmt doch ihre europische dimension stndig zu .
der erfolg europas im globalen wettbewerb grndet sich auf die fhigkeiten und die aktivitten seiner menschen .
lebensbegleitendes lernen hat deshalb eine schlsselstellung im kampf gegen arbeitslosigkeit und ausgrenzung inne .
daher wird in dem bericht des ausschusses fr kultur , jugend , bildung , medien und sport die kommission zu recht ermahnt , dass weiterbildung sowohl fr die spitzenkrfte und universitten wie auch fr die traditionellen berufsgruppen , vor allem im bereich des handwerks gelten muss .
hufig wird lebensbegleitendes lernen nur als eine form der notwendigen reproduktion der arbeitskraft angesehen .
dabei sollte es jedoch ein grundrecht eines jeden brgers sein , das nicht nur zur verbesserung der beruflichen fertigkeiten fhrt , sondern durch das der mensch auch wchst , freude und verstndnis gewinnt .
mit den mitteln der modernen technologie kann das lernen fr jeden zugnglich werden .
diese chance mssen wir nutzen .

herr prsident ! in punkt 16 des ausgezeichneten berichts von frau gutirrez-cortines wird eine ausbildung , die als korrektiv fr schulversagen dienen soll .
es wre weitaus besser , wenn wir ein solches versagen vermeiden knnten .

das allertraurigste ist doch ein schulabgnger ohne qualifikation auf der habenseite , was in hoffnungslosigkeit endet .
eine situation , die immer trostloser wird , da das angebot an ungelernten berufen immer knapper ausfllt .
oft liegt das daran , dass die jungen menschen durch das starre bildungssystem , das an eingefahrenen , vllig ungeeigneten wegen festhlt , die lust am lernen verlieren .

ich appelliere an die kommission , ein forschungsprogramm zur anwendung und entwicklung von eignungstests ins auge zu fassen , mit dem zu einem frhen zeitpunkt sptestens im alter von zwlf oder dreizehn jahren ermittelt werden kann , worin ein junger menschen gut sein wird , ganz gleich , welcher beruf , welche beschftigung oder welcher job das sein mag .
schulen mssen darauf mit dem angebot von kursen reagieren , die die jugendlichen voranbringen .

erfolg weckt weiteren ehrgeiz .
und das bedeutet zufriedene , begeisterte teenager statt demotivierter strenfriede .
das bedeutet schulabgnger mit glanz in den augen , mit neugier auf die zukunft , fhig , einen beitrag fr die gesellschaft zu leisten .
es bedeutet schulabgnger mit einem schlssel zu einem besseren , erfllteren leben .
nichts ist wichtiger fr die zukunft europas als die jungen leute , die dieses europa gestalten werden .
es gibt keinen einzigen jungen menschen , der nicht seinen teil dazu beitragen kann .
wir mssen dieses leider vergeudete potential mobilisieren und zum erfolg befhigen .

herr prsident , meine damen und herren abgeordneten ! ich mchte zunchst ihrer berichterstatterin frau gutirrez fr ihre arbeit danken , und zwar nicht nur fr die von ihr erwhnten positiven aspekte , sondern auch fr die kritikpunkte , die die kommission eingehend geprft und zur kenntnis genommen hat , und die wir als konstruktive kritik auffassen , die uns , wie auch gerade jemand zum ausdruck gebracht hat , dazu anregen soll , es immer noch besser zu machen , sei es bezglich der art und weise , mit der wir das thema lebensbegleitendes lernen angehen oder auch , wie wir gemeinsam mit ihnen und den mitgliedstaaten eine solche aktion im rahmen des europischen jahrs gestalten .

zudem mchte ich im namen der kommission frau evans meinen dank aussprechen , die mit der erarbeitung der stellungnahme des ausschusses fr beschftigung und soziale angelegenheiten befasst war , sowie den anderen abgeordneten , die dazu beigetragen haben , dass diese debatte sowohl im ausschuss als auch im plenum ausgesprochen fundiert gewesen ist .

lassen sie mich nun auf einige kritikpunkte im bericht von frau gutirrez eingehen - , auf die mehrere redner und vor allem herman schmid hingewiesen haben .
dabei will ich aber auch die positiven aspekte dieses europischen jahres erwhnen .
es handelt sich um eine initiative , die , wie der bericht anmerkt , von ihrem parlament und dem rat auerordentlich begrt wurde .
auch wenn man natrlich immer sagen kann , dass es htte besser gemacht werden knnen , hat diese initiative eine mobilisierende wirkung ausgebt , wenn ich mir die zahl der daran interessierten und davon betroffenen personen anschaue , und zudem zustzliche finanzmittel freigesetzt , die dezentraler eingesetzt wurden .

es handelt sich um eine europische initiative , von der wir sagen knnen , dass sie alles in allem gerade daher eine positive wirkung hatte , weil sie dezentral und brgernher umgesetzt wurde und sich an die nationalen , regionalen und lokalen behrden in den einzelnen mitgliedstaaten gewandt hat - herr posselt ist auf den geist und die bedeutung der subsidiaritt eingegangen , und ich habe seine bedenken sehr wohl zur kenntnis genommen .
zudem ist mir im bericht des ausschusses , also in ihrem bericht aufgefallen , dass zahlreiche schulen , hochschulen , unternehmen und verbnde , nicht nur aus dem bildungsbereich , sondern auch aus der wirtschaft , aus dem bereich des kampfes gegen die soziale ausgrenzung und aus dem lndlichen raum , interesse an dieser initiative bekundet haben .

doch meines erachtens hat es diese initiative ebenfalls mglich gemacht , dass die idee , das ziel oder die notwendigkeit des lebensbegleitenden lernens nicht mehr nur unter bildungs- und ausbildungsexperten als bedeutsam erachtet werden , sondern mittlerweile eine grere untersttzung in der gesellschaft erfahren .
ich glaube , frau kla hat gerade auf diesen punkt hingewiesen .

wir mssen uns diese positiven aspekte immer vor augen halten , und ich mchte mich nun wie versprochen auch einigen kritikpunkten widmen , die in diesem bericht zur sprache kommen .
zunchst will ich auf den von der kommission gewhlten ansatz eingehen , um die genauigkeit des berichts hervorzuheben , ohne dabei zu vergessen , dass diese manahme mit mitteln in hhe von 8 mio. ecu ausgestattet war , was zwar nicht gar nichts , aber auch nicht gerade sehr viel ist .
die kommission wollte einen kurzen bericht vorlegen , der eine vorstellung ber den inhalt des europischen jahrs vermittelt und dessen errungenschaften und ergebnisse auf nachvollziehbare weise zusammenfasst .
wir haben zwar zahlen aufgenommen , natrlich auch bezglich der von mir soeben angesprochenen mittelverwendung , doch ich mchte darauf hinweisen , dass es sich vor allem um einen bericht ber die politischen auswirkungen handelt .

bei der ausarbeitung dieses berichts haben sich unsere dienststellen vor allem auf die externe evaluierung durch ein unternehmen gesttzt , das meines erachtens dank seiner kontakte in allen beteiligten lndern objektiv bewerten konnte , wie das jahr von den akteuren in den einzelnen mitgliedstaaten aufgenommen wurde .
die qualittsbewertung beruhte auf einer umfangreichen stichprobenerhebung fr die abgeschlossenen projekte auf grundlage von gesprchen mit den nationalen stellen sowie im anschluss daran mit den projektinitiatoren und - trgern vor ort .
die dienststellen der kommission haben ihrer berichterstatterin den volltext dieser bewertung zur verfgung gestellt .
darber hinaus mchte ich darauf hinweisen , dass die unterlagen ber die haushaltsfhrung der projekte natrlich ebenfalls konsultiert werden knnen .

frau gutirrez , in ihrem bericht wird auf gewisse verzgerungen bei der durchfhrung des jahres sowie insbesondere bei der verteilung der broschren hingewiesen - einige unter ihnen , vor allem frau livari , sind bereits darauf eingegangen .
man darf nicht vergessen , dass der beschluss des parlaments und des rates zum europischen jahr einer der ersten texte war , die gem dem mitentscheidungsverfahren angenommen wurden , und dass die anlaufzeit dieses verfahrens ganz offensichtlich eine gewisse zeit in anspruch genommen hat .
die formale annahme des beschlusses erfolgte erst ende oktober 1995 , also einige wochen vor beginn des europischen jahres .
die handlungsmglichkeiten der kommission wurden dadurch stark beeintrchtigt .
diese anfngliche verzgerung betraf vor allem die vergabe der vertrge an dienstleistungs- und werbeunternehmen und hat sich whrend der dauer des gesamten jahres ausgewirkt .

zudem musste die erste aufforderung zur einreichung von projektvorschlgen in zusammenarbeit mit den nationalen stellen ausgesprochen formlos erfolgen .
sie wurde mit dem ziel unterzeichnet , eine manahme umzusetzen , die es offiziell noch gar nicht gab , woraus sich ebenfalls ein teil der in ihrem bericht erwhnten verzgerungen und ihrer unseres erachtens uerst bedauerlichen konsequenzen erklren .
ich glaube , herr maccormick ist auf die probleme bezglich der umsetzung des projekts durch die initiatoren vor ort eingegangen .
ursache und ursprung dieses ausgangs liegen ganz eindeutig in der von mir soeben angesprochenen anfnglichen verzgerung .

was die tatsache betrifft , dass einige werbematerialien nur in drei sprachen vorlagen , teile ich die ansicht ihrer berichterstatterin , die dies bedauert , jedoch handelte es sich dabei um eine schwierige entscheidung auf der grundlage rein technischer erwgungen , die sich aus der mittelausstattung und der personellen lage ergaben , da alle im namen der kommission verffentlichen sprachversionen genauestens zu prfen waren .

nichtsdestotrotz mchte ich darauf hinweisen , dass andere materialien und insbesondere poster in allen amtssprachen der union zur verfgung standen und wir den nationalen stellen die mglichkeit eingerumt haben , bei bedarf andere sprachen hinzuzufgen .
natrlich werden wir uns bei dem europischen jahr der sprachen , das wir zurzeit vorbereiten - und dies erscheint mir notwendig und gerechtfertigt - , ganz besonders viel mhe geben ,

um so weit wie mglich das prinzip der sprachenvielfalt zu wahren . der bericht von frau gutirrez weist auf gewisse ungenauigkeiten bezglich der zielsetzungen des europischen jahrs hin , die ihrer ansicht nach dem fehlen einer definition des lebensbegleitenden lernens geschuldet sind .
soeben vernahm ich , wie ihre kollegin , frau echerer , zahlreiche philosophische werke erwhnte , die im brigen bereits seit jahrhunderten den einfachen gedanken wiederholen , dass man nie auslernt .
es ist richtig , dass es abgesehen von diesen untersuchungen oder philosophischen ansatzpunkten an klaren definitionen mangelte , wie die forderung nach lebensbegleitendem lernen unter bercksichtigung der unterschiede oder der identitten in den einzelnen lndern , ja sogar in den regionen , auszusehen habe .

wir waren erfreut ber die bemhungen ihrer berichterstatterin , die eine definition der verschiedenen anstze des lebensbegleitenden lernens vorschlgt , um klarheit zu schaffen .
allerdings mchte ich darauf hinweisen , dass die kommission nicht von vornherein eine definition vorgegeben hat , vor allem nicht das ziel , das lebensbegleitende lernen auf eine ausbildung zu begrenzen , die ausschlielich den anforderungen des arbeitsmarktes unterliegt . denn die initiative hatte zwar ihren ursprung im weibuch der kommission " wachstum , wettbewerbsfhigkeit und beschftigung " , doch seit den ersten aussprachen mit dem parlament und dem rat ist deutlich geworden , dass ein konsens fr einen umfassenderen ansatz besteht , bei dem alle aspekte des lernens sowie praktiken und errungenschaften bercksichtigt werden .
wie ich bereits angemerkt habe , weichen in diesem bereich die systeme in den einzelnen lndern stark voneinander ab : wir mssen uns daher auf einen gemeinsamen grundsatz einigen , durch den eine debatte ber den stellenwert des lebensbegleitenden lernens unter bercksichtigung und anerkennung der unterschiedlichen nationalen oder regionalen sachverhalte ausgelst wird .
demnach hat die kommission die betonung vornehmlich auf den lebensbegleitenden charakter des lernens und die komplementaritt seiner einzelnen aspekte gelegt , indem sie nicht nur die schul - und hochschulbildung sowie ausbildung und weiterbildung , sondern auch verschiedene formen des informellen lernens bercksichtigt .

je weiter das jahr voranschritt , desto mehr war die kommission von der richtigkeit dieses ansatzes berzeugt .
wir haben bewusst etwas untersttzt , das man als " lernen zum zeitvertreib " bezeichnen knnte , weil wir wussten , dass einige menschen das offizielle bildungssystem mit einem gefhl des misserfolgs hinter sich gelassen haben - herr purvis hat diese tatsache soeben erwhnt . ich habe zudem ihren vorschlag fr ein forschungsprogramm zur kenntnis genommen , herr purvis , und werde ihn meinen kollegen pierre busquin und viviane reding bermitteln - menschen , junge menschen , aber nicht nur die jungen , die ihre ausbildungszeit nur unter dem zeichen des misserfolgs betrachten , mssen nach und nach wieder von der idee berzeugt werden , dass lernen ntzlich sein , spa machen und neues selbstbewusstsein verleihen kann .
zudem muss , um das lebensbegleitende lernen wirklichkeit werden zu lassen , diese idee ganz klar schon ab dem grundschulalter im rahmen dessen , was herr seppnen soeben als allgemeinbildendes wissen bezeichnet hat , vermittelt werden , damit jeder schler motiviert werden und die erforderlichen fhigkeiten erwerben kann , um in den verschiedenen situationen , in die er spter als erwachsener gert , zum lernen in der lage zu sein .
kurz gesagt , er muss das lernen lernen .

seit dem ende des europischen jahres hat der gedanke des lebensbegleitenden lernens , wie er gerade von ihrem kollegen lage umschrieben wurde , weiter fu gefasst .
es ist kein zufall , dass z . b. die minister mehrerer mitgliedstaaten seit 1996 ein sehr ausfhrliches sachverstndnis bezglich des lebensbegleitenden lernens erworben haben .
das konzept lag den berlegungen zugrunde , die zu der neuen generation der programme sokrates , leonardo und jugend fhrten .
es wurde von den ministern der g8 aufgegriffen , die im letzten jahr in kln eine charta zu diesem thema verabschiedeten und sich dabei stark an den debatten der 15 mitgliedstaaten im rahmen des europischen jahrs orientierten .
wie sie wissen , war diese form der bildung darber hinaus weiterhin eines der themen der japanischen prsidentschaft .

die kommission hat weitere berlegungen zum lebensbegleitenden lernen angestellt und , wie es auch herr gasliba i bhm gefordert hat , wird sich unsere ttigkeit von nun an auf die manahmen im anschluss an den europischen rat von lissabon sttzen .
in einigen wochen wird meine kollegin viviane reding das kollegium mit einem entwurf fr ein memorandum zum lebensbegleitenden lernen befassen , und dieses dokument wird ihnen im laufe des oktobers bermittelt .

sie werden verstehen , dass ich heute noch nicht auf einzelheiten dieses memorandums eingehen kann , aber der bezug zur beschftigung , auf den uns ihre berichterstatterin , frau gutierrez , hingewiesen hat , wird natrlich ein wichtiger bestandteil sein , ohne dabei den grundsatz der persnlichen entfaltung auer acht zu lassen , der weiterhin eine der wichtigsten voraussetzungen fr das lernen darstellt .

die kommission wird die debatte ber das lebensbegleitende lernen mit ihrem hause in diesem sinne fortfhren .
wenn ich kommission sage , dann meine ich natrlich nicht nur die unmittelbar mit fragen der bildung betraute kommissarin , frau reding .
damit mchte ich zum ausdruck bringen , dass sich viele von uns ganz unmittelbar von dieser aufgabe betroffen fhlen , und erlauben sie mir zu sagen , dass dies besonders auf mich in meiner eigenschaft als kommissar fr regionalpolitik zutrifft , wenn ich gemeinsam mit den mitgliedstaaten und den regionen den inhalt und die beschaffenheit der programmplanungsdokumente fr jedes einzelne land ausarbeite und unterschreibe .
ich bin bereit , der frage des lebensbegleitenden lernens sowie generell fragen der bildung einen platz in den strukturfondsprogrammen einzurumen .

gerade eben hat , wie ich glaube , herr seppnen ein thema angesprochen , das mir sehr wichtig erscheint , nmlich den zugang zur informationsgesellschaft , der nicht nur fr junge menschen und studenten , sondern auch fr ltere menschen und fr oft vernachlssigte bevlkerungsgruppen gewhrleistet sein muss , wobei ich an landwirte oder an kleine und mittlere unternehmen denke .
ich habe gesagt , und ich wiederhole dies hier noch einmal , dass ich im rahmen der regionalpolitik , die in meinen zustndigkeitsbereich fllt , kein programmplanungsdokument fr eine region europas unterzeichnen werde , wenn dieses nicht fr die jeweilige region und fr jede region einen eindeutigen plan fr den zugang zur informationsgesellschaft enthlt , und ich will diese programme fr den zugang zur informationsgesellschaft nicht auf die zeit der primar - , sekundar - oder hochschulbildung begrenzen .

ich hoffe , und ich sage dies mit einem lcheln auf den lippen , dass die antwort , die ich ihnen im namen der europischen kommission in meiner muttersprache gegeben habe , fr herrn rbig eine hilfreiche ergnzung seines eifrigen , sein leben als europaabgeordneter begleitenden lernens der franzsischen sprache gewesen ist .

die aussprache ist geschlossen .

wir kommen nun zur abstimmung .

( das parlament nimmt die entschlieung an . )

erklrungen zur abstimmung

herr prsident , ich habe fr diesen wichtigen bericht gestimmt , dessen tragweite von allen rednern hervorgehoben wurde , insbesondere von frau echerer , die gesagt hat : " das individuum sollte fr sich selbst lernen " ; von herrn posselt , dem ich wegen seiner entschlossenheit , die lteren menschen zu frdern , die mitgliedskarte der rentnerpartei berreichen knnte , und auch von herrn kommissar barnier , der ein besonderes engagement zugesichert hat .
trotzdem wrde ich mir als vertreter der rentnerpartei im europischen parlament wnschen , dass den worten nun taten folgen mgen .
die lteren brgerinnen und brger der mitgliedstaaten haben keine mglichkeiten zu lernen , sie erfahren keinerlei staatliche untersttzung und drfen nicht einmal die schulrume nutzen , die vormittags von den kindern belegt werden und abends von den lteren menschen genutzt werden knnten .

herr prsident ! mein verweis auf die kommunistischen diktaturen hat bei einem kollegen der uersten linken offenbar groe aufregung ausgelst .
deswegen mchte ich sagen , dass diese abstimmung heute sehr wichtig war .
die menschen in seiner partei , der pds , sind offenbar entschlossen , ein leben lang nichts dazuzulernen .
deshalb bin ich froh , dass wir diesen bericht mit groer mehrheit verabschiedet haben .

herr prsident ! lebensbegleitendes lernen kann nicht nur eine aufgabe der europischen kommission und der europischen institutionen sein , sondern vor allem auch der mitgliedstaaten .
ich habe mit ja gestimmt , weil ich glaube , dass die steuerliche begnstigung fr berufliche und private bildung in den mittelpunkt gestellt werden muss , damit vor allem auch bildungssponsoring mglich wird .
es mssen anreize geschaffen werden , damit stiftungen bildungseinrichtungen bernehmen und damit eine frderung auf breiter basis erfolgen kann , um das system zu entlasten .

aber ich glaube auch , dass wir auf europischer ebene vorbild sein sollten .
wir sollten fr unsere beamten und politiker jedes jahr aus- und weiterbildungsplne entwerfen und evaluieren , so dass wir messen knnen , wie wir uns selbst weiterentwickeln .

herr prsident , die kommunistische partei griechenlands ist fr ein ffentliches system des lebensbegleitenden lernens , das es den arbeitnehmern ermglicht , ihre kenntnisse und beruflichen fhigkeiten zu erweitern und zustzlich noch etwas fr die gesellschaft wie auch fr ihren eigenen lebensstandard zu tun .

im gegensatz dazu wird mit dem von der europischen union propagierten modell schlicht und einfach versucht , die unzulnglichkeiten des bildungssystems notdrftig auszubessern , das einwegbeschftigte hervorbringt , die nicht in der lage sind , mit den entwicklungen des produktionsprozesses schritt zu halten .
der arbeitnehmer ist sein ganzes leben lang unwiderruflich in einem stndigen kreislauf aus arbeit , arbeitslosigkeit und weiterbildung usw. gefangen .

der bericht von frau gutirrez-cortines benennt zwar bestimmte mngel des systems , lsst es jedoch bei der analyse der ursachen und der vorlage von lsungen an grndlichkeit fehlen . deshalb haben wir europaabgeordneten der kommunistischen partei griechenlands uns bei der abstimmung der stimme enthalten .

. ( fr ) einleitend mchte ich die tatsache betonen und ins gedchtnis rufen , dass der zugang zu einem hohen bildungs- und ausbildungsniveau ein grundrecht des einzelnen ist , auf dem die entwicklung seiner fhigkeiten und seine wirtschaftliche , gesellschaftliche und kulturelle integration beruhen .
die debatten bei den tagungen des europischen rates von lissabon und feira wurden von dieser grundsatzfrage bestimmt .
dabei haben wir auch eingerumt , dass dieses recht an die sich entfaltende informationsgesellschaft anzupassen ist .

tatschlich haben die neuen informations- und kommunikationstechnologien wesentliche auswirkungen auf die unterrichtsmethoden .
es herrscht einigkeit darber , dass bildung und ausbildung heute ein lebenslanger prozess sind . daher wurden die kommission und die mitgliedstaaten bei diesen ratstagungen dazu aufgefordert , aufeinander abgestimmte strategien und praktische manahmen festzulegen , mittels derer das lebensbegleitende lernen allen zugnglich gemacht werden soll .
berlegungen zu diesem thema gab es lange vorher , denn bereits 1996 schlug die kommission dem rat und dem europischen parlament vor , 1996 als " europisches jahr des lebensbegleitenden lernens " auszurufen .
das ziel dieses jahres bestand darin , den brgern neue akademische und berufliche bildungskonzepte nahe zu bringen und mit allen betroffenen akteuren gemeinsame berlegungen ber die rolle und die aufgaben der allgemeinen und beruflichen bildung an der schwelle zum 21. jahrhundert anzustellen .

angesichts des ausmaes der aufgaben kann ich mich nur der berichterstatterin anschlieen , wenn sie bedauert , dass sich die mittelausstattung des europischen jahres lediglich auf 8,4 mio. euro fr die fnfzehn mitgliedstaaten und ihre drei partner des ewr belief .

im gleichen sinne kann man nur bedauern , dass im bericht der kommission keine qualitativen daten enthalten sind .
diese muss in zukunft die qualitt ihrer evaluierungsberichte verbessern .
ihre ttigkeit muss sich darauf konzentrieren , in den nachfolgenden programmen die verschiedenen anstze und aspekte der beruflichen bildung und des lebensbegleitenden lernens klarer zu definieren .
zudem sollte sie so schnell wie mglich aktionsprogramme und spezifische manahmen im rahmen einer strategie des lebensbegleitenden lernens einleiten .
diese manahmen sind mit den programmen sokrates ii und leonardo abzustimmen .

es ist unsere aufgabe , darauf zu achten , dass alle brger von der ausbildung im umgang mit den neuen technologien profitieren , weil die groe gefahr besteht , dass sich eine digitale kluft zwischen denen , die sich den zugang leisten knnen , und den anderen auftut .
darum geht es auch in der debatte ber den stellenwert des universaldienstes in den neuen telekommunikationsnetzen .

vielen dank , herr alyssandrakis .

unterbrechung der sitzungsperiode

ich erklre die sitzungsperiode des europischen parlaments fr unterbrochen .

( die sitzung wird um 10.10 uhr geschlossen . )
