
genehmigung des protokolls

das protokoll der gestrigen sitzung wurde verteilt .

gibt es einwnde ?

frau prsidentin , es gibt heute im protokoll eine anlage , aus der hervorgeht , die prsidien der gemischten ausschsse mit den assoziierten lndern seien bereits gewhlt .
wenn sie aber die geschftsordnung lesen , dann stellen sie fest , da in artikel 170 absatz 6 steht , da die konstituierung der gemischten ausschsse - das ist etwas anderes als die interparlamentarischen delegationen - , da also die konstituierung der gemischten ausschsse mit den assoziierten lndern unter denselben bedingungen zu erfolgen hat wie die konstituierung der ausschsse .
das haben wir bisher auch so praktiziert .
das heit , es haben wahlen stattzufinden wie in den ausschssen .
da es absprachen zwischen den fraktionen gibt , ist eine andere sache .
also : bei den interparlamentarischen delegationen entscheidet das plenum , aber bei den gemischten ausschssen mit den assoziierten lndern gilt meines erachtens artikel 170 absatz 6. das bitte ich zu vermerken .

es gibt dann einen zweiten punkt , den ich anmerken mchte .
die frist fr die einreichung der entsprechenden vorschlge war gestern um zehn uhr .
die vorschlge , also die vorlage , ber die wir abgestimmt haben , haben wir gestern aber erst nach zehn uhr erhalten , so da ich die ganze abstimmung als fragwrdig empfinden mu .
ich bitte sie , beide punkte zu prfen , und mir bei der nchsten sitzung auskunft zu erteilen .

verehrter kollege , ich werde die prsidentin ber den ersten punkt informieren ; sie wird dann in der konferenz der prsidenten mit den fraktionsvorsitzenden darber sprechen .
hinsichtlich des zweiten punkts weisen mich die dienststellen darauf hin , da sie bei der verteilung des protokolls der vorangegangenen sitzung smtliche dokumente erhalten haben .
in jedem fall nehmen wir ihre anmerkungen zur kenntnis .

frau prsidentin , ich mchte darum bitten , da die ergebnisse der abstimmungen auf der anzeigetafel mindestens fr zehn sekunden eingeblendet werden , so da man sie in zukunft mitschreiben kann .
wir haben jetzt eine neue abstimmungsanlage , und vielleicht lt sie sich so programmieren , da die ergebnisse mindestens zehn sekunden lang angezeigt werden .

wir nehmen dies zur kenntnis , verehrter kollege .
ich glaube , viele von uns haben dasselbe anliegen wie sie .
es ist wichtig , da man die ergebnisse jeder einzelnen abstimmung genau verfolgen kann .

frau prsidentin , ich habe eine frage zum protokoll vom mittwoch , genauer gesagt , zur anlage 3 , die erst gestern nachmittag verteilt wurde und die die vorschlge fr die benennungen in die vorstnde der interparlamentarischen delegationen enthlt .
ich mchte wissen , ob der druckfehler , der ja verbindlich ist , mittlerweile bereinigt wurde .
es hie ja , der kollege sumberg von der evp-fraktion sei in zwei dieser delegationen stellvertretender vorsitzender geworden , und zwar fr japan und china .
korrekt ist , da der kollege jarzembowski in der japan-delegation stellvertretender vorsitzender geworden ist .
wurde das korrigiert , und ist das verbindlich ?

diese korrektur wurde vorgenommen , verehrter kollege , und somit hat alles wieder seine richtigkeit .

frau prsidentin , ich mchte auf die bemerkung bezug nehmen , die gestern die prsidentin , frau fontaine , zum verbot der verwendung von mobiltelefonen innerhalb dieses plenarsaals gemacht hat .
denn ich glaube , da es innerhalb des parlaments nichts wichtigeres gibt , als zu reden und miteinander zu kommunizieren , aber das sollte in den aussprachen geschehen und nicht mittels uerer medien wie mobiltelefonen mit ihrem gelute und den dadurch verursachten strungen .

ich bitte darum , da dazu manahmen getroffen werden , aber echte manahmen , und da gegebenenfalls , genauso wie demjenigen , der nicht abstimmt , strafen auferlegt werden .
wer die reden in diesem plenarsaal strt , mu bestraft werden , oder ihm mu der einla verwehrt werden , oder ihm ist das mobiltelefon abzunehmen .
ich bitte , eine wirksame manahme zu treffen .

beifall

herr abgeordneter , selbstverstndlich werde ich dies an die prsidentin weiterleiten , aber meines erachtens sollte man in dieser frage in erster linie an die hflichkeit und den brgersinn unserer kolleginnen und kollegen appellieren .
ich bin berzeugt davon , da mit der zeit jeder darum bemht sein wird , die anderen mit respekt zu behandeln .
ich hoffe jedenfalls , da wir letztlich nicht zu sanktionen gezwungen werden .
wir werden im prsidium darber sprechen , damit dieses problem einer lsung zugefhrt wird .

frau prsidentin , zunchst mchte ich darauf hinweisen , da offenbar gerade eben die deutsche bersetzung nicht funktioniert hat .
ich habe aber noch eine zweite bemerkung : ist ihnen die bedeutung der erklrung von herrn posselt bewut ?
wenn das , was herr posselt hier bemngelt hat , so zutrifft , haben wir keine ordnungsgem gewhlten prsidenten und vizeprsidenten bei den delegationen .
dies ist ein auerordentlich gravierender vorgang , und er mu deshalb dringend behandelt werden .
ich bitte sie darum , da das prsidium dies schleunigst klrt und behandelt , denn wir gehen damit mit einer vllig ungeklrten situation in bezug auf die delegationen in die sommerpause , und dies darf in diesem parlament nicht passieren !

beifall

verehrter kollege , hinsichtlich des ersten punkts erfahre ich gerade , da die deutsche bersetzung glcklicherweise wieder funktioniert , worber ich sehr erfreut bin .
hinsichtlich des zweiten punkts glaube ich , da sie recht haben ; ich werde ihre anmerkung und diejenigen ihrer kolleginnen und kollegen an unsere prsidentin weiterleiten .
da sie selbst mitglied des prsidiums sind , wei ich , da auch sie darauf bedacht sein werden , auf diesen punkt hinzuweisen .

frau prsidentin , es ist in diesem haus schon fast zur tradition geworden , da mitglieder sich mit dem hinweis zu wort melden , da ihr name in der anwesenheitsliste des vortags fehlt .
auch mein name ist aus irgendeinem grund nicht in der gestrigen anwesenheitsliste aufgefhrt .
vielleicht wre es sinnvoller , wenn sich die betroffenen mitglieder vorne an einen mitarbeiter wenden knnten und sich deshalb nicht mehr zu wort melden und das gesamte haus informieren mten .

verehrter kollege , wir werden dies berichtigen .
im brigen haben damit auch unsere neuen kolleginnen und kollegen gelegenheit zu erfahren , da dies mglich ist , d.h. da die von ihnen angegebene vorgehensweise unseren parlamentskollegen bereits offensteht ; dieses verfahren fhrt zu einer gewissen vereinfachung des sitzungsablaufs und erspart es dem abgeordneten , mndlich auf die jeweilige auslassung hinzuweisen .

frau prsidentin ! heute morgen habe ich mit groem interesse im belgischen rundfunk die wichtigsten schlufolgerungen aus dem zweiten bericht des ausschusses der weisen gehrt .
ich finde es doch ein wenig bedauerlich , da der bericht in dieser hochburg der kommunikation offenbar einfacher in die medien gelangt - sogar noch in einem so entlegenen land wie belgien - als auf den tisch der abgeordneten .
kollege staes hat gestern diesbezglich nachgefragt .
wie ich hre ist es ihm gelungen , des berichts habhaft zu werden . ich beglckwnsche ihn dazu , htte aber doch zumindest erwartet , da dieser bericht gestern an alle abgeordneten verteilt worden wre .

so ist es , verehrter kollege , wie es aussieht , wurde der bericht tatschlich an alle abgeordneten verteilt .
mglicherweise sollten sie sich an die verteilerdienste wenden .
jedenfalls habe ich diese information erhalten , und ich werde darauf achten , da dieser punkt besttigt wird und da wirklich jeder zugang zu diesem bericht bekommt .
auerdem wissen sie ja , da zuweilen leider die medien bereits an informationen herankommen , bevor die offiziellen verteilsysteme berhaupt in gang gekommen sind .
dies ist eine groe streitfrage in unserer gesellschaften .

frau prsidentin ! ich mchte einen antrag zur geschftsordnung bezglich der anwesenheit des kommissars machen , wobei er dies nicht persnlich auffassen mge .
wir sprechen gleich ber ? wettbewerbsbedingungen auf dem gebiet des fuballs " .
dieses thema des heutigen vormittags fllt in den aufgabenbereich des wettbewerbskommissars , herrn van miert .
wiederholt sind in der vergangenheit hier kommissare erschienen , die nicht fr das thema laut tagesordnung zustndig waren .
ich mchte sie dringend bitten , als prsidium mit kommissionsprsident prodi dafr zu sorgen , da diejenigen kommissare kommen , die zu dem thema , das auf der tagesordnung steht , auch wirklich auskunftsfhig sind .
das soll herr kinnock nicht persnlich nehmen , denn vielleicht hat er viel fr fuball brig , und ich wei , da er ein fhiger kommissar ist . ich halte diesen punkt jedoch fr zu wichtig , als da das neue parlament erneut damit konfrontiert werden sollte .
die fr ein bestimmtes thema zustndigen kommissare mssen hier sein , wenn ber dieses thema debattiert wird .

beifall

frau maij-weggen , wie sie wissen , hat herr prodi fr die neue kommission eine kommissarin fr die beziehungen zum parlament nominiert .
es wird wichtig sein , da wir herrn prodi und dieser neuen kommissarin ihren vorschlag bermitteln , der besagt , da wir die anwesenheit von kommissaren wnschen , die sehr detaillierte antworten zu den sie betreffenden themenbereichen geben knnen .
davon abgesehen wei ich , da die kommission ein gemeinschaftsorgan darstellt und da herr kinnock sicher alle erforderlichen informationen gesammelt hat , um uns heute vormittag rede und antwort stehen zu knnen , und ich danke ihm fr seine anwesenheit .

das parlament genehmigt das protokoll .

gegen den franzsischen fuballverband verhngtes bugeld

nach der tagesordnung folgt die erklrung der kommission ber das gegen den franzsischen fuballverband verhngte bugeld wegen verstoes gegen die europischen wettbewerbsvorschriften .

ich mchte zu beginn auf die ausfhrungen von frau maij-weggen eingehen .
sie hat das problem klar und deutlich beim namen genannt .
sie vertritt in dieser sache einen entschiedenen standpunkt und steht damit nicht allein .

natrlich kann ich meiner kollegin , frau loyola de palacio , die ja enge beziehungen zum hohen haus pflegen wird , keine vorschriften im hinblick auf die entwicklung ihrer strategien fr die zusammenarbeit mit dem europischen parlament machen , aber eine reihe von mitgliedern ist der ansicht , es sei hinsichtlich bestimmter verfahrensweisen und vereinbarungen dieses hauses , das ja bekanntlich an mehreren orten tagt , ebenso wie in bezug auf die konventionen und verfahrensweisen des kollegiums an der zeit , weitere gesprche zwischen der kommission und dem parlament zu fhren .
ich hoffe , diese diskussion kann recht bald gefhrt werden , denn mglicherweise ergeben sich entwicklungen , die zum gegenseitigen nutzen sind und rechenschaftspflicht und transparenz im dienste der union frdern .

zu der dem hause vorliegenden problematik mchte ich im namen der kommission folgende erklrung abgeben .
in dieser woche hat die kommission einen offiziellen beschlu gegen die nationalen veranstalter der letztjhrigen fuballweltmeisterschaft in frankreich gefat .
als veranstalter trat das organisationskomitee der fuball- weltmeisterschaft ( cfo ) auf .
dieser beschlu ist als reaktion auf die diskriminierenden praktiken beim verkauf von eintrittskarten fr die spiele zu sehen .

wie sie sich erinnern werden , wurden durch das in den jahren 1996 und 1997 vom cfo angewandte verkaufskonzept die verbraucher bevorzugt , die eine adresse in frankreich vorweisen konnten .
aus der sicht der kommission stellte dies einen mibrauch der marktbeherrschenden stellung dieser organisation und somit einen versto gegen artikel 82 des vertrags dar .
dies war der erste fall in der geschichte der europischen union , in dem artikel 82 des vertrags herangezogen wurde , um gegen diskriminierende praktiken vorzugehen , durch welche die interessen der verbraucher geschdigt wurden , ohne da damit schwerwiegende folgen fr den markt verbunden waren .
die kommission hat daher bei ihrer entscheidung bercksichtigt , da weder frhere entscheidungen der kommission noch eine rechtsprechung des gerichtshofs vorlagen , die dem cfo als orientierungshilfe fr sein konzept fr den verkauf der eintrittskarten htten dienen knnen .
auerdem erfolgte der verkauf der eintrittskarten in den jahren 1996 und 1997 nach genau demselben system wie bei vorangegangenen weltmeisterschaften und hnlichen anderen groen internationalen wettkmpfen .

wie sie wissen , leitete die kommission eine untersuchung ein , nachdem von brgern , die nicht in frankreich lebten und keine eintrittskarten erwerben konnten , beschwerde eingelegt worden war .
das cfo nderte daraufhin umgehend seine strategie und bemhte sich sicherzustellen , da beim verkauf der eintrittskarten im jahre 1998 keinerlei diskriminierung erfolgte .
daraufhin waren 100 000 eintrittskarten verfgbar , die der reihe nach an jedermann verkauft wurden .

die kommission kam zu dem ergebnis , da diese faktoren , also die bisher nicht bliche anwendung des rechts , die regeln im zusammenhang mit den frheren verkufen von eintrittskarten fr internationale wettkmpfe und die konstruktiven schritte des cfo , eher eine symbolische strafe als ein bugeld rechtfertigten .
auerdem mu darauf hingewiesen werden , da die kommission bei verhngung einer hhere strafe gegen die veranstalter der weltmeisterschaft 1998 in frankreich gezwungen gewesen wre , ebenfalls schritte gegen die organisatoren frherer wichtiger wettbewerbe in erwgung zu ziehen , die beim verkauf von eintrittskarten nach demselben system vorgegangen waren .
damit htten zum beispiel auch manahmen gegen die veranstalter der europameisterschaft von 1996 eingeleitet werden mssen , denn damals kam den fans ein verkaufskonzept zugute , bei dem die eigenen landsleute gegenber auslndischen fans bevorzugt wurden .

beim franzsischen organisationskomitee handelt es sich nicht um ein gewhnliches , auf gewinn orientiertes unternehmen .
es dient vielmehr den interessen des fuballs , und man darf nicht bersehen , da alle gewinne wieder dem fuball zugute kommen .
das geld , das bei verhngung eines bugelds gegen das organisationskomitee in die kassen der europischen kommission flieen wrde , stnde nicht mehr fr den breitenfuball und die frderung dieser sportart zur verfgung .
ein wahrer freund des fuballs drfte das wohl kaum fr sinnvoll oder akzeptabel halten .

ich wei durchaus , da die hhe des bugelds von 1 000 euro bei den europischen fuballfans teilweise auf heftige kritik gestoen ist .
meine kollegen und ich knnen solche reaktionen durchaus nachvollziehen , wenn die hintergrnde dazu nicht bekannt sind .
ich hoffe jedoch , da man in diesem hause ebenso wie andernorts die besonderen faktoren bercksichtigt , die in diesem fall mageblich waren .
das wichtige , und wie ich denke , lehrreiche ergebnis dieses falles liegt auf der hand .
in zukunft wird allen veranstaltern sportlicher wettbewerbe klar sein , da smtliche vereinbarungen im zusammenhang mit dem verkauf von eintrittskarten im einklang mit den europischen wettbewerbsvorschriften stehen mssen und diskriminierung nicht zugelassen werden darf .
zweitens wissen die veranstalter , da die kommission ohne zgern gegen jeden vorgehen wird , der gegen diese vorschriften verstt .
drittens sind sich die veranstalter darber im klaren , da ein solch symbolischer schritt nur einmal unternommen werden kann und nur aufgrund ganz besonderer umstnde mglich war .

aus der sicht der kommission ist dies ein beitrag dazu , da nun klar ist , welche standards fr die gerechte behandlung von sportfans angewandt werden mssen , und da sie eine strkung erfahren haben .
die fans werden knftig jedenfalls besser vor diskriminierung geschtzt sein .
die veranstalter der europameisterschaft 2000 in belgien und den niederlanden haben zum beispiel kontakt mit der kommission aufgenommen und daraufhin ihr verkaufssystem an die eu-vorschriften angepat .
nie zuvor wurde ein hherer prozentualer anteil an eintrittskarten fr die ffentlichkeit bereitgestellt , wobei alle brger der europischen union vllig gleichberechtigt sind .
wir werden dafr sorgen , da dies so bleibt .

dies ist also der silberstreifen am horizont .
schade , da vorher erst eine wolke aufziehen mute .

frau prsidentin , ich gratuliere kommissar kinnock zu seiner soeben abgegebenen erklrung .
ich wei nicht , wie er es geschafft hat , beim verlesen dieser ausfhrungen ernst zu bleiben .
die erklrung der kommission war doch wirklich schrecklich .
ich mache kommissar kinnock nicht persnlich dafr verantwortlich , aber ich verurteile die manahmen , die haltung und die unttigkeit der scheidenden kommission .
dies ist eine armselige geldstrafe , verhngt von einer bemitleidenswerten kommission .
man kann nur feststellen , da dies absolut typisch fr das vorgehen der kommission in den letzten fnf jahren ist .
ich hoffe , da der knftige prsident der kommission , herr prodi , dies als musterbeispiel fr ein absolut ungeeignetes vorgehen betrachten wird .

ich gehre zu den 32 mitgliedern dieses parlaments , die als privatperson rechtliche schritte unternahmen , und in einem letzten versuch , mehr eintrittskarten fr die europischen fuballfans zu bekommen , in frankreich klage einreichten .
leider machte man uns daraufhin klar , da es zu diesem zeitpunkt bereits zu spt gewesen sei , eine neuverteilung der eintrittskarten anzuordnen , obwohl die franzsischen gerichte selbst feststellten , da mit der gewhlten vorgehensweise gegen europische vorschriften verstoen wurde .

ich mchte darauf hinweisen , da jedem der 32 mitglieder des parlaments , die dieses verfahren angestrengt hatten , kosten in hhe von 1 000 pfund entstanden sind , das ist erstaunlicherweise weit mehr als das bugeld , das nun gegen die veranstalter der weltmeisterschaft verhngt worden ist .

wenn die kommission nur gewollt und diesen vorfall ernst genommen htte , htte sie ein bugeld in der grenordnung von 20 millionen euro - vielleicht sogar noch mehr - verhngen knnen .
sie hat diese sache im jahre 1997 nicht ernst genommen , als sie manahmen htte ergreifen knnen , um eine gerechte verteilung der karten sicherzustellen .
die kommission hat das problem auch im jahre 1998 nicht ernst genommen , als den fans aus ganz europa der besuch der weltmeisterschaft verwehrt wurde .
sie nimmt diese angelegenheit auch jetzt nicht ernst .
welches signal geht denn von dieser entscheidung an die sportveranstalter aus ?
kommissar kinnock bezeichnete das bugeld als symbolische strafe .
nun gut , auf jeden fall geht davon das signal aus , da diese angelegenheit von der kommission berhaupt nicht ernst genommen wird .
hier geht es doch um das groe geschft .
die damit verbundenen summen sind betrchtlich .
bei der weltmeisterschaft wurde meines wissens ein umsatz in der grenordnung von 300 millionen pfund erzielt , und die verhngte geldstrafe liegt bei etwa 1 000 euro .
dies ist einfach nicht hinnehmbar .

die kommission signalisiert damit , da sie ein auge zudrckt und sich damit nicht wirklich befassen mchte .
fr die groen veranstalter bedeutet dies : " ihr knnt die fans auch weiterhin ausbeuten " .
auerdem ist dies der beste weg , den schwarzhandel mit diesen eintrittskarten , wie bereits geschehen , zu frdern .
die kommission mu etwas tun , um dies zu verhindern .
der sport ist heutzutage ein groes geschft .
die kommission mu in zukunft ernst machen , um zu gewhrleisten , da im sport ebenso wie in allen anderen wirtschaftsbereichen in europa die europischen vorschriften und regelungen zu beachten sind .

frau prsidentin , ich danke der kommission und kommissar kinnock fr diese erklrung , die auf meine aufforderung von anfang dieser woche hin erfolgte .
ich begre zwar , da die kommission hier eine erklrung abgegeben hat , aber ich bin ber den inhalt dieser erklrung enttuscht .

man wirft mir vor , ich sei kein fuballfan : ich habe aber eine dauerkarte fr manchester city .
soviel ich gehrt habe , hat der kommissar , obwohl das gercht seiner anhngerschaft von cardiff city umgeht , hnliche probleme , was unsere schwierigkeiten erklren mag .
wie dem auch sei , auch ich bin der meinung , da der franzsische fuballverband ein wunderbares fuballfest veranstaltet hat .
die franzsische " regenbogen-mannschaft " hat die fremdenfeindlichen und rassistischen krfte beschmt , die wie herr le pen und unser hier nicht vermiter frherer kollege , herr mgret , der ansicht sind , da nur franzose ist , wer der weien rasse angehrt .
trotzdem darf man nicht bersehen , da hier massiv gegen die wettbewerbsregeln verstoen worden ist .
kommissar kinnock sprach von 180 000 eintrittskarten fr die europischen fuballfans .
das war allerdings , nachdem bereits 600 000 eintrittskarten auf diskriminierende weise verkauft worden waren .
das organisationskomitee ignorierte von anfang an absichtlich und in provozierender weise die forderung , alle brger der europischen union gleich zu behandeln und hat damit eindeutig gegen artikel 82 des vertrags verstoen .
durch dieses vorgehen wurden die gewinne betrchtlich gesteigert , und eintrittskarten wurden pro unternehmen in blcken von nur einer karte verkauft .
telefonisch eine eintrittskarte zum preis von 500 francs zu bestellen , war nicht mglich , aber fr 5 000 francs hat man dieselbe eintrittskarte zusammen mit einem verpflegungsgutschein im gegenwert einer mahlzeit in einer schulkantine durchaus erwerben knnen - was veranstaltungsdienstleistungen fr unternehmen sind , ist mir durchaus bekannt .

wenn kommissar kinnock meine meinung darber hren will , ob die europische kommission dem breitenfuball besser helfen kann als die multinationalen unternehmen , bei denen alles auf gewinn aus ist , wrde ich fr die europische kommission pldieren .
auch wenn man es nicht gern hrt , ich habe nicht den eindruck , als wrden diejenigen , die millionen von pfund am fuball verdienen , dieses geld auch wieder in den fuballsport zurckflieen lassen .
sie stecken das geld in franchising-aktivitten und andere dinge .

dieses vorgehen gefhrdete auch die sicherheit tausender fuballfans .
zehntausende von franzsischen brgern wurden beim handel mit eintrittskarten zu amateur-schwarzhndlern .
wenn sie ihr kontingent von je vier eintrittskarten fr eine wichtige begegnung kauften und diese dann auf dem schwarzmarkt wieder veruerten , hatten sie genug geld fr einen zweiwchigen australien-urlaub fr zwei personen zusammen .
man konnte schwerlich annehmen , da die franzosen diese mglichkeit nicht nutzen wrden , und so kam es dann auch .

ist der kommissar unter diesen umstnden nicht auch der ansicht , da die fuballfans das bugeld von 1 000 euro - soviel kostete bereits eine eintrittskarte fr das spiel england-argentinien - fr absolut lcherlich halten werden , da die schwarzhndler sich freuen und die echten fuballfans enttuscht sein werden ?
kann er nicht besttigen , da wir dem franzsischen fuballverband ein bugeld zwischen 100 und 200 millionen francs htten auferlegen knnen , eine grenordnung also , die bei etwa 10 % des zustzlich erzielten gewinns lge ?
ist er nicht auch der meinung , da die angefhrte entschuldigung , die veranstaltende vereinigung bestehe nicht mehr , angesichts der tatsache , da der franzsische fuballverband fr diese angelegenheit verantwortlich ist , sehr oberflchlich erscheint ?

ist er nicht auch der ansicht , da die veranstalter der europameisterschaften 2000 und 2004 ebenso wie die mglichen veranstalter der weltmeisterschaft 2006 in deutschland oder dem vereinigten knigreich dies als signal auffassen werden , da sie die vorschriften ignorieren und ihre gewinne maximieren knnen , und mgliche bugelder sich aus der portokasse bezahlen lassen ?

sollte die kommission fr den fuball andere mastbe anlegen als fr jedes andere milliardenschwere unternehmen ?
ich denke , wenn wir bei einem hnlich gelagerten fall im telekommunikations- oder einem anderen sektor eine symbolische geldstrafe fr eine sache verhngt htten , bei der die beteiligten ihre gewinne um 200 bis 300 millionen pfund gesteigert haben , htte dies ebenso lcherlich gewirkt , wie diese symbolische geldstrafe auf die fuballfans wirkt .

frau prsidentin , zusammen mit unserem frheren belgischen kollegen aus der sozialdemokratischen fraktion , herrn de coene , leitete ich die gruppe der 30 mitglieder dieses parlaments , die diesen fall im letzten jahr vor das oberste gericht in paris brachten .
das gericht entschied zu unseren gunsten und stellte fest , da das cfo gegen europisches recht verstoen hat .
unser fall wurde aufgrund einer formsache niedergeschlagen , denn man war zu der auffassung gelangt , wir seien als klger nicht zulssig .
wir hatten die klage jedoch angestrengt , weil wir daran zweifelten , da die europische kommission sich fr die rechte der europischen brger einsetzen wrde .
nach unserer aktion versicherte uns kommissar van miert , da die kommission diesen fall zum abschlu bringen werde . wie herr perry bereits ausfhrte , hat aufgrund dieser klage jeder einzelne von uns kosten in hhe von mehr als 1 000 euro zu tragen .
die mitglieder dieses hauses sind emprt ber die geldstrafe , die von der europischen kommission gegen das cfo verhngt wurde .
ich kann mir gut vorstellen , weshalb kommissar van miert heute nicht persnlich kommen wollte , um diese erklrung abzugeben .

dies ist nicht das erste mal , da die veranstalter von weltmeisterschaften den verkauf von eintrittskarten zu ungunsten der einfachen fuballfans manipulieren .
neu ist jedoch , da die veranstalter lauthals verkndeten , dies sei der erste weltcup gewesen , bei dem milliarden von dollar eingespielt wurden .
mit diskriminierenden verkaufspraktiken wurden millionen verdient .
htte die kommission diesen versto gegen artikel 82 ebenso unerbittlich verfolgt , wie das bei versten in anderen branchen der fall ist , wre kein bugeld von 600 pfund , sondern von 6 millionen pfund oder mehr verhngt worden .

der kommissar sagte , da die interessen der verbraucher verletzt worden seien , jedoch habe dies keine schwerwiegenden folgen fr den markt gehabt .
ich mchte den kommissar darauf hinweisen , da dem ansehen der europischen union durch diesen fall schwerer schaden zugefgt wird .
zudem fhrte er aus , da es keine leitlinien gegeben habe , an denen das cfo sich htte orientieren knnen .
wie steht es mit dem bugeld , das die kommission im jahre 1990 gegen die italienischen veranstalter der weltmeisterschaft verhngt hatte und das hher war als die strafe , die dem cfo nun auferlegt wird ?
wie verhlt es sich mit dem schriftverkehr zwischen dem cfo und der europischen kommission , der letztes jahr im juli aufgenommen wurde ?

im gegensatz zu herrn ford , der den sdwesten vertritt , aber ein fan von manchester city ist , bin ich kein anhnger irgendeines fuballclubs . ich untersttze jedoch das recht der europischen brger , vor diskriminierenden praktiken und dem mibrauch einer marktbeherrschenden stellung geschtzt zu werden .
ich untersttze die bemhungen der europischen union , ihre rolle im hinblick auf den schutz dieser brger auszubauen .
aus meiner sicht wird den europischen brgern mit diesem bugeld signalisiert , da europa auf der seite der grounternehmen und nicht auf der seite des einfachen brgers steht .

ich halte dies fr das klgliche ende einer beklagenswerten kommission .
ich hoffe , unsere neuen kommissare werden nach ihrer ernennung im september mehr rckgrat beweisen , wenn sie im namen der europischen brger gegen flle dieser art vorgehen .

beifall

frau prsidentin , im gegensatz zu meinen vorrednern , die brigens allesamt aus grobritannien kommen - schau , schau , wie seltsam !
- , mchte ich meinerseits gegen den meines erachtens ziemlich erstaunlichen beschlu der kommission protestieren , der besagt , da der franzsische fuballverband wegen einer sogenannten diskriminierung beim kartenverkauf anllich der letzten fuballweltmeisterschaft bestraft werden soll .
kommissar kinnock hat zurecht daran erinnert , da dieses vorgehen bereits bei frheren weltmeisterschaften gngige praxis gewesen sei .

warum ist dies eine gngige praxis , verehrte kolleginnen und kollegen ?
nun ja , ganz einfach aus dem grund , weil eine weltmeisterschaft wie diese von einem bestimmten land organisiert und von den steuerzahlern dieses landes bezahlt wird .
unter diesen umstnden ist man der ansicht , da es der gebotenen hflichkeit und den blichen gepflogenheiten entspricht , den brgerinnen und brgern dieses landes ein etwas greres kartenkontingent zu reservieren .
wenn beispielsweise ein unternehmen aktien auf den markt bringt , eine kapitalerhhung vornimmt und aktien verkauft , dann hlt man es nicht fr unrechtmig , wenn ein teil dieser aktien fr die eigenen mitarbeiter reserviert wird , die in enger weise am firmengeschehen beteiligt sind .
selbstverstndlich stellt dieser anteil eine diskriminierung dar , aber meines erachtens handelt es sich in diesem fall um eine zulssige diskriminierung .
folglich glaube ich , da die kommission artikel 82 des vertrags in flschlicher weise angewandt hat , denn hier handelt es sich nicht um die mibruchliche ausnutzung einer dominanten position , sondern um die vollkommen rechtmige und erklrbare nutzung einer aus steuerlicher sicht sehr besonderen situation .

ich mchte allerdings noch einmal auf den kern der frage zurckkommen , frau prsidentin , denn es geht hier um eine unwichtige angelegenheit , die letztlich keine groen auswirkungen auf das geschehen in unseren lndern hat , aber es gibt andere , wesentlich schwerwiegendere angelegenheiten , bei denen die kommission von derselben extremen geisteshaltung geleitet wird , die sehr gravierende verzerrungen in der wirtschaft unserer lnder und der beschftigungslage nach sich ziehen kann .

ich denke hier beispielsweise an die sanktionen , die auch in diesem fall frankreich auferlegt wurden , weil es einigen textilunternehmen , die einstellungen vorgenommen hatten , ermigte sozialabgaben bewilligt hatte , in einer internationen situation , die - wie sie wissen , verehrte kolleginnen und kollegen - sehr schwierig ist , insbesondere aufgrund der genau von dieser kommission ausgehandelten internationalen abkommen .
somit werden diese textilunternehmen , in anwendung einer vollkommen extremen , engstirnigen und an dummheit grenzenden sichtweise , die erhaltenen sozialbeihilfen zurckzahlen mssen .
dies ist absolut skandals .
ich denke , in zukunft sollte sich dieses parlament zum verfechter einer ausgewogeneren , gerechteren und vernnftigeren auffassung des wettbewerbs machen .

beifall

frau prsidentin ! michels , ein groer niederlndischer philosoph und bekannter fuballtrainer hat einmal gesagt , fuball sei krieg .
mit der aussage , fuball ist eine alternative zu krieg , wre ich vllig einverstanden .
ich mchte aber nicht ber die weltmeisterschaft in frankreich sprechen , sondern einige allgemeine kritische bemerkungen anbringen .

meiner ansicht nach ist fuball , insbesondere bei internationalen begegnungen , in der tat eine wrdige alternative zu kriegen , so verrckt das auch klingen mag .
fuball sollte ein fest sein , und internationale begegnungen wie eine weltmeisterschaft oder eine europameisterschaft sollten wirklich ein fest fr das volk sein .
was wir jetzt sehen , und was letztes jahr in frankreich geschehen ist , beweist das ganz deutlich .
was ein volksfest sein sollte , ist zu einem vllig kommerzialisierten fest verkommen .
diese tendenz ist auch bei den nationalen fuballwettkmpfen in ganz europa festzustellen .
fuball wird fr die einfachen leute immer weniger zugnglich und zu einem fest des kommerzes degradiert , bei dem man sich hinter glas und in schne businesslounges zurckzieht .

ich mchte daher den kommissar auffordern , sich fr einen sport einzusetzen , der fr das einfache volk zugnglich bleibt , fr einen sport , der nicht von kommerziellen interessen dominiert wird .
was fr den fuballsport gilt , trifft natrlich auch auf den radsport zu , bei dem sich die rennfahrer manchmal dieselben hormone spritzen , die vieh verabreicht werden .

ich fordere den kommissar auf , eine politik auszuarbeiten , bei der es nicht mehr darum geht , gegen einen verband , der das eine oder andere gesetz bertreten hat , ein bugeld zu verhngen , sondern mit deren hilfe diese groen verbnde wirksam kontrolliert werden , damit eine europa- oder weltmeisterschaft in europa wirklich ein fest fr das volk bleibt und nicht zu einem fest des kommerzes wird .

frau prsidentin , verehrte kolleginnen und kollegen , ich glaube nicht , da bei der organisation des sportgeschehens der markt das einzige zu bercksichtigende kriterium sein kann .
bei der weltmeisterschaft 1998 wurde der groteil der zwei millionen verkauften eintrittskarten direkt vom internationalen fuballverband verwaltet , der seinerseits bestimmte kontingente an die 203 nationalen fuballverbnde verschickt hat , wobei die 24 qualifizierten lnder , darunter das vereinigte knigreich , einen greren anteil erhalten haben .
ein weiteres kontingent von 600 000 karten wurde vom veranstalterland verwaltet , das einen anteil von 37 % dieser karten fr sich reservierte .

der vorschlag des verkaufs smtlicher karten auf dem europischen markt wurde noch nie und an keinem ort bei sportveranstaltungen dieser gre umgesetzt ; auch kommissar neil kinnock hat vorhin darauf verweisen .
bei der fuball-europameisterschaft 1996 im vereinigten knigreich beispielsweise wurden nicht 37 % , sondern 42 % aller karten fr das veranstalterland reserviert .

zweitens bedeutet die kontrolle des kartenverkaufs bereits zu 90 % die gewhrleistung der sicherheit .
die weltmeisterschaft war auch aus dieser sicht ein erfolg , und wir hatten nur relativ wenige vorflle zu beklagen , aber all dies nur deshalb , weil diese berwachung des kartenverkaufs zum beispiel der franko-britischen zusammenarbeit im sicherheitsbereich ermglicht hat , bei der ankunft , bei der beobachtung und der begleitung der fangruppen effizient zu arbeiten und gewisse erscheinungen von rowdytum zu verhindern , die wir auf unserem kontinent nicht mehr erleben mchten .

drittens : je strker der individuelle verkauf ausgedehnt wird , desto mehr steigen die gefahren der ausweitung des schwarzmarkts .
diese lehre haben die italiener ihrerseits aus der organisation der weltmeisterschaft von 1990 gezogen , und das franzsische organisationskomitee hat eben diese erfahrungen bercksichtigt .

viertens schlielich ist es normal , da man mit blick auf einen volkssport , mit blick auf ein veranstalterland , das neun milliarden francs in dieses ereignis investiert hat , darauf bedacht ist , da die brger des veranstalterlandes dieses ereignis untersttzen und in positiver weise daran teilnehmen , und auch dies ist ein zentraler erfolgsfaktor .
es ist aber auch normal , da man auf die sicherheit eben dieser brger bedacht ist sowie auf die sicherheit aller aus dem ausland anreisenden gruppen , die das gastland bei dieser gelegenheit aufnimmt .

bei dieser fuball-weltmeisterschaft hat man , verehrte kolleginnen und kollegen , tausende kleiner zidane und kleiner marcel dessailly gesehen , die aus den arbeitervierteln von marseille , toulouse und straburg angereist sind , um die erfolge des groen zidane , des groen dessailly , aber auch des groen owen , des groen beckam oder des groen di pietro zu beklatschen .
niemand kann behaupten , diese groartige weltmeisterschaft sei von der diskriminierung einzelner rassen oder gesellschaftsschichten geprgt gewesen .
es war ein offenes und freundliches volksfest , das ein schnes bild des sports gezeichnet hat , ein bild der vielfalt unserer mannschaften und nationen , ein bild der brderlichkeit auf unserem kontinent .
sie wissen , da die fangruppe aus schottland am meisten erfolg hatte und von den franzsischen brgern am meisten geschtzt wurde .
wir , die franzsischen brgerinnen und brger , wir sind im juli 1998 nicht nach australien in urlaub gefahren , weil die ganze welt nach frankreich gekommen war und weil wir zusammen mit den bewohnern unserer arbeiterviertel im stade de france von st . denis oder im velodrom von marseille waren .

meine damen und herren , meiner meinung darf heute die prioritt im sportlichen bereich fr die europische union nicht darin bestehen , einen mitgliedstaat zu bestrafen , dem es gelungen ist , ein derartiges ereignis erfolgreich durchzufhren , sondern vielmehr darin , wie es romano prodi gestern gesagt hat , beispielsweise einen wirklichen europischen kampf gegen das doping einzuleiten , das heit , sich dagegen zu wehren , da die schnheit und der geist des sports am ende von der alleinigen logik des geldes zerstrt werden .

beifall

frau prsidentin , ich mchte mich im namen von millionen weiblicher fuballfans zu wort melden .
ich begre die erneuten versicherungen von kommissar kinnock .

ich mu sagen , da ich es emprend fand , wie die zuteilung der eintrittskarten durch die franzsischen behrden gehandhabt wurde .
viele menschen in grobritannien waren darber ebenso verrgert .
die freigabe der eintrittskarten erfolgte so spt , da es den meisten aufgrund ihrer arbeitsverpflichtungen nicht mehr mglich war , diese chance zu ergreifen .
ich denke , wir mssen ein einheitlicheres vorgehen sichern .

eines der wichtigsten ziele der eu-institutionen ist es , die gerechte und gleiche behandlung aller eu-brger sicherzustellen .
in diesem fall wurden millionen von fuballfans diskriminiert .
trotzdem nimmt man diesen versto auf die leichte schulter .
was auch immer die grnde fr diese absolut erbrmliche strafe sein mgen , sie wird viele fans befremden .
dies ist eine weitere verpate chance , eine verbindung zu den europischen brgern herzustellen .
fuball ist eine leidenschaft , die alle lnder verbindet .
wie knnten wir unser image wirkungsvoller ndern und besser eine verbindung zu den europischen brgern herstellen als zu zeigen , da wir den fuballsport ebenso ernst nehmen wie jeden anderen bereich des geschftslebens .

ich mchte dort anknpfen , wo frau gill ihre ausfhrungen beendet hat und ihr vor allem zu ihrer antrittsrede vor diesem parlament gratulieren .
ein solches lampenfieber und eine solche zufriedenheit wird sie nie wieder verspren .
ich bin sicher , das ganze haus dankt ihr fr ihren beitrag .
frau gill hat mit ihrer aussage , sie bedaure jegliche form der diskriminierung zutiefst , im grunde auch die ansicht der kommission zum ausdruck gebracht .
dies ist die einheitliche haltung innerhalb der kommission , und deshalb bemhten sich mein kollege , herr van miert , und seine mitarbeiter in der kommission ganz besonders um wirksame manahmen , mit denen nicht nur im jahre 1998 , sondern auch zuknftig die anwendung diskriminierender praktiken durch das cfo verhindert werden kann .

ich mchte nun noch auf die anmerkung von herrn vander taelen eingehen .
seine aussage , fuball sei eine gute alternative zum krieg , erinnerte mich an die maxime , da im krieg die wahrheit immer als erste auf der strecke bleibt .
bei einigen beitrgen zu dieser debatte konnte ich mich des eindrucks nicht erwehren , da die wahrheit manchmal auch beim fuball als erste auf der strecke bleibt , denn einige der beitrge wurden leidenschaftlich , jedoch ohne angemessene bercksichtigung der fakten vorgetragen .
ich mchte im namen der kommission dazu stellung nehmen und nochmals auf einige fakten verweisen .
ich bedaure es , wenn ich mich nun wiederhole , aber wenn man mir beim ersten mal nicht zugehrt hat , tut man dies vielleicht beim zweiten mal .

ich mchte mit den ausfhrungen von herrn perry beginnen .
ich fand seine schlagworte ber armseliges , bemitleidenswertes , emprendes und was sonst noch alles unterhaltsam .
was bedeutet seine aussage , die europische kommission habe die macht , ein bugeld in hhe von 20 millionen euro zu verhngen , aber tatschlich ?
theoretisch und verfassungsrechtlich hat er recht .
will herr perry aber wirklich , da die europische kommission dem fuball 20 oder 30 millionen euro entzieht und da dieses geld in die kassen der europischen kommission wandert ?
herr ford sagt , er she dieses geld lieber bei der europischen kommission als beim cfo .
damit zeigt er aber nur , da er meilenweit von der tatschlich herrschenden ffentlichen meinung entfernt ist .
nun sind wir ja schon seit langem freunde , und ich bewundere ihn wirklich , nur bei seiner vorliebe fr gewisse fuballclubs mache ich doch eine ausnahme .
tatsache ist doch , da auch ihm klar ist , welche schlagzeilen ein solches vorgehen nach sich gezogen htte .
das wei auch herr watson , der ber das ansehen der europischen union besorgt ist .
er wei , die schlagzeilen wrden etwa folgendermaen lauten : " die europische union ruiniert den fuball " .

wir mssen die sache nchtern betrachten .
ist es unter den gegebenen umstnden vernnftig , dem fuballsport groe betrge zu entziehen und diese in den kassen der europischen kommission zu deponieren oder ist es vernnftiger , manahmen zu ergreifen , durch die sichergestellt wird , da es zuknftig keine diskriminierenden praktiken beim verkauf von eintrittskarten fr fuball- oder andere internationale turniere mehr geben wird ?
herr perry forderte auerdem ein energisches und hartes vorgehen .
ich kann diese haltung nachvollziehen .
um jedoch konsequent zu sein , mten dieselben schritte auch gegen die veranstalter der europameisterschaft eingeleitet werden , die 1996 im vereinigten knigreich ausgetragen wurde .
man sagte damals , der fuball sei in seine heimat zurckgekehrt .
fordern wir hier in diesem haus oder andernorts tatschlich , ins jahr 1996 oder auf andere vergleichbare wettbewerbe zurckzublicken und denjenigen , die diese wettbewerbe damals organisiert haben , geldstrafen von 20 millionen euro aufzuerlegen ?
lassen sie uns die angelegenheit doch vernnftig betrachten .

ich mchte nochmals kurz auf herrn ford zurckkommen .
er sagte , diejenigen , die mit dem fuball geld verdienten , sollten dieses geld dem fuballsport auch wieder zuflieen lassen .
er wei , da ich diese ansicht mit nachdruck untersttze .
ich bin jedoch der meinung , da wir weit mehr tun mssen als uns allein um den internationalen verkauf von eintrittskarten fr fuballspiele zu kmmern , um diese kluge und notwendige rckschleusung der mittel zu erreichen .

ich mchte noch etwas nher auf die bemerkung von herrn ford eingehen , wonach die kommission mit dieser entscheidung den veranstaltern der europameisterschaft 2000 sowie mglicher knftiger weltmeisterschaften in der europischen union signalisiert , sie knnten die vorschriften miachten .
genau das gegenteil ist der fall .
wie ich bereits kurz vor dem redebeitrag von herrn ford sagte , haben die veranstalter der belgischen und niederlndischen europameisterschaft mit der kommission kontakt aufgenommen , und es wird nicht eine einzige eintrittskarte auf diskriminierende weise verkauft werden .
sie halten bereits jetzt diese vorschriften ein , damit wird ein przedenzfall geschaffen , und in zukunft wird dies die bliche verfahrensweise innerhalb der europischen union sein .
die fuballfans haben ebenso wie die anhnger anderer sportarten jetzt die gewiheit , rechtlichen schutz zu genieen , und die veranstalter von turnieren wissen , da sie mit realen und schweren strafen zu rechnen haben , wenn sie gegen die nun allseits bekannten vorschriften verstoen .

dies ist genau der punkt .
bisher waren diese vorschriften nicht bekannt .
es existiert keine rechtsprechung des gerichtshofs .
es gibt keine vergleichbaren manahmen der europischen kommission .
wre ein hheres bugeld verhngt worden , so htte man dieses geld dem fuballsport entzogen .
weitere schritte wren notwendig geworden , um frhere veranstalter mit einem bugeld zu belegen .
tatsache ist , da das cfo , das durchaus nicht ohne fehl und tadel ist , seine diskriminierenden verkaufspraktiken sofort einstellte , als wir mit unserer untersuchung begannen .
das htte natrlich schon frher geschehen sollen , aber immerhin ist es dazu gekommen .
herr watson mag mit seiner aussage , dies sei nicht das erste mal gewesen , da die veranstalter den verkauf manipulierten , zwar recht haben , es ist jedoch das erste mal , da die wettbewerbsbehrde diese manipulation und die diskriminierenden verkaufspraktiken gestoppt hat , und es ist weltweit das erste mal , da eine wettbewerbsbehrde den einsatz diskriminierender praktiken beim verkauf von eintrittskarten fr die zukunft unterbunden hat .

herr watson stimmte mir zu , da in diesem falle zwar die verbraucher geschdigt wurden , da dies jedoch keine auswirkungen auf den markt im blichen sinne hatte .
ich glaube , er rumte dies mit der bemerkung ein , dies sei meine meinung , das eigentliche problem liege jedoch darin , da man dem ansehen europas geschadet habe .
ich mchte ihn , den ich ebenso sehr schtze wie die brigen teilnehmer an dieser debatte , auf folgendes hinweisen : dieses ansehen kann nur beschdigt werden , wenn die fakten falsch dargestellt werden .
ich bin mir sicher , da niemand in diesem haus diese absicht hat .
ich bitte daher darum , sich an die tatsachen zu halten .
ich kann den zorn ber die art und weise , wie das grogeschft fuball heute in so vielen fllen gegen die interessen der echten fuballfans betrieben wird , voll und ganz verstehen und bis zu einem gewissen grad sogar teilen . all dies akzeptiere ich .
ich fordere jedoch in diesem wie in vielen anderen fllen eine gerechte behandlung .

die bemerkung eines abgeordneten , er knne verstehen , da mein kollege , herr van miert , es angesichts der schwere dieses falles vorgezogen habe , nicht anwesend zu sein , war ungewhnlich unfair .
wenn es in der 42jhrigen geschichte der europischen union je eine person gegeben hat , die ffentlich ihre integritt und ihren mut unter beweis gestellt hat , dann ist dies herr van miert .
nicht feigheit ist der grund , weshalb er heute morgen nicht hier ist , sondern seine arbeit .
es ist infam , dies als grund fr seine abwesenheit auch nur zu vermuten .

danke , herr kommissar .

unterbrechung der sitzungsperiode

ich erklre die sitzungsperiode des europischen parlaments fr unterbrochen .

die sitzung wird um 9.55 uhr geschlossen .
